Aachen - Biallos Ratgeber Ausland: Neugier und Abenteuerlust reichen nicht

Biallos Ratgeber Ausland: Neugier und Abenteuerlust reichen nicht

Von: Annette Jäger und Horst Biallo
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Nicht ohne Risiken: Zu einem längeren Aufenthalt im Ausland gehört unbedingt der richtige Versicherungsschutz. Foto: Stock/Imagebroker

Aachen. Für längere Zeit im Ausland studieren oder arbeiten: Das ist heute eine Selbstverständlichkeit. Unbedingt ins Gepäck gehört bei Studenten, Au-pairs und Berufstätigen allerdings nicht nur Neugier und Abenteuerlust, sondern auch der richtige Versicherungsschutz.

Denn hiesige Policen gelten nicht automatisch weltweit. „Die wichtigste Police ist ein umfassender Krankenversicherungsschutz”, sagt Stefan Albers, Präsident des Bundesverbandes der Versicherungsberater in Bonn.

Auslandskrankenversicherung: Sobald man länger als sechs Wochen unterwegs ist, hat die übliche private Auslandskrankenversicherung ausgedient. Eine spezielle Police für Langzeitaufenthalte ist ratsam. Sie sichert die Behandlung einer akuten Erkrankung im Ausland ab und kommt, wenn nötig, für den Rücktransport in die Heimat auf. „Man sollte den eigenen Bedarf prüfen: Wo fahre ich hin und welchen Schutz benötige ich?”, rät Rüdiger Strichau, Versicherungsexperte bei der Verbraucherzentrale Berlin. Nicht immer ist die Mitversicherung der USA als Reiseland, wo extrem hohe Behandlungskosten anfallen, oder die Abdeckung von Kriegs- und Krisengebieten nötig.

Wichtige Policen-Details: „Ein Heimaturlaub sollte mitversichert sein”, sagt Strichau. Hat man die Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenkasse vor Reiseantritt gekündigt, ist man sonst bei einer kurzen Heimreise nicht versichert. Geht man schon krank auf Reisen, wird die Police für die Weiterbehandlung im Ausland nicht aufkommen. Die Behandlung von Vorerkrankungen sollte aber nur dann ausgeschlossen sein, wenn sie per ärztlicher Diagnose vor Abreise festgestellt wurde. „Beim Zahnarzt geizen die Policen oft. Wichtig ist, dass nicht nur schmerzstillende Behandlungen gedeckt sind, sondern auch Reparaturen”, so Albers. Ebenso sollte genau definiert sein, wann ein Rücktransport in die Heimat bezahlt wird.

Kosten von Policen: Die Preise variieren je nach Alter und Art des Aufenthaltes deutlich. Eine private Auslandskrankenversicherung für einen USA-Aufenthalt kostet ab 350 Euro im Jahr bis zu 1.000 Euro, je nach Umfang der Leistung (ERV 350 Euro, Hanse-Merkur ab 370 Euro, Huk-Coburg 500 Euro, R+V 800 Euro). Wer unter dem Dach einer Organisation reist - Au-pair-Agentur oder studentischer Austauschdienst - kann oft von günstigeren Gruppenverträgen profitieren.

Sachversicherungen: „Vor Abreise sollte man alle Versicherer kontaktieren und sich Geltungsdauer und -bereich der jeweiligen Police schriftlich bestätigen lassen”, rät Peter Grieble, Versicherungsexperte bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Die private Haftpflicht gilt üblicherweise weltweit. Eine extra Hausratversicherung ist meist nicht nötig - Schäden am gemieteten Wohneigentum deckt die Haftpflicht. „Wichtig ist zu prüfen, ob in der Berufsunfähigkeitsversicherung Versicherungsschutz für das jeweilige Reiseland gilt”, rät Grieble. Sei dies nicht der Fall, stehe man ohne Rente da, sollte man im Ausland berufsunfähig werden.

Sozialversicherung: Geht man nur vorübergehend über die Grenze, sollte man bestehende Sozialversicherungen - gesetzliche Krankenversicherung, Pflege-, Arbeitslosen- und Rentenversicherung - weiterlaufen lassen. Auf diese Weise kann man keine Leistungsansprüche gefährden. Sind einem die Beiträge zu teuer, während man im Ausland weilt, kann man Kranken- und Pflegeversicherung auf Ruheanwartschaft umstellen. „Das kostet rund 50 Euro im Monat und man kann die Mitgliedschaft nach der Rückkehr wieder aufleben lassen”, sagt Versicherungs- und Rentenberater Albers. Allerdings hat man auch in der Zeit der Anwartschaft keinen Anspruch auf Leistung.
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