Biallos Ratgeber: Auch bei Krankheit gut abgesichert

Von: Annette Jäger
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Aachen. Wird man krank, muss die Kasse trotzdem stimmen. Gerade Angestellte unterschätzen das Risiko längerer Krankheit. Eine private Absicherung schließt Lücken.

Das zahlt die Krankenkasse: Werden Angestellte krank, gibt es sechs Wochen Lohnfortzahlung. Danach zahlt die Krankenkasse für maximal 78 Wochen ein Krankengeld in Höhe von 70 Prozent des Bruttoeinkommens. Wer länger krank ist, hat keine Absicherung mehr. „Angestellte, die hohe Einkommen von mehr als 4575 Euro brutto im Monat haben, erhalten sogar nur 2887,50 Euro im Monat an Krankengeld - das kann zu wenig sein, um die laufenden Kosten zu decken“, sagt Charlotte Henkel von der Verbraucherzentrale Hamburg.

Selbstständige, die freiwillig gesetzlich versichert sind, können sich auch ein Krankengeld sichern, es beträgt jedoch ebenfalls nur maximal 2887,50 Euro im Monat. Wer privat versichert ist, muss ein Krankentagegeld extra absichern.

Wahltarife: Die Krankenkassen bieten Wahltarife an, um das gesetzliche Krankengeld aufzustocken. „Sie eignen sich besonders für Ältere und für chronisch Erkrankte, die bei einem privaten Versicherer kaum Chancen haben, aufgenommen zu werden“, sagt Henkel. Nachteil: Die Tarife sind in ihrer Leistung eingeschränkt, können nur in geringem Maße individuell angepasst werden. Die Leistung gewährt die Kasse zeitlich befristet.

Krankentagegeldversicherung: „Gerade Angestellten ist oft nicht bewusst, dass sie so lange krank sein könnten, dass eine Finanzlücke entsteht“, sagt Michael Wortberg von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Unterschätzt werde die Dauer psychischer Leiden, Auslöser sind nicht selten Mobbing oder Stress. Angestellte mit hohen Einkommen können mit einer privaten Krankentagegeldversicherung die Finanzlücke zwischen gesetzlichem Krankengeld und Nettoeinkommen schließen.

„Selbstständige benötigen die Police unbedingt“, sagt Wortberg. Sie können auf keinerlei Absicherung im Krankheitsfall zurückgreifen. Die Versicherung zahlt zeitlich unbefristet. „Die Beiträge verringern sich deutlich, wenn man das Tagegeld erst ab dem 43. Tag in Anspruch nimmt.“

Berufsunfähigkeitsversicherung: Ist der Patient nicht mehr vorübergehend arbeits-, sondern dauerhaft berufsunfähig, enden die Leistungen der Krankentagegeldversicherung. Gut, wenn man dann eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) hat. Sie zahlt eine monatliche Rente, wenn man länger als sechs Monate krank ist. Krankentagegeldpolice und BU sollten nahtlos ineinandergreifen. Wortberg rät sogar, sie beim selben Versicherer abzuschließen, damit nicht der eine Versicherer in Versuchung kommt, die Leistungsansprüche auf den anderen abzuwälzen.

Wichtig ist, dass die BU keine abstrakte Verweisung enthält, so erhält der Versicherungsnehmer eine Rente, wenn er seinen Beruf nicht mehr ausüben kann und ist nicht gezwungen, sich eine andere Beschäftigung zu suchen.

Unfallversicherung und Dread Disease: Eine Unfallversicherung deckt nur einen kleinen Ausschnitt des Risikos, nämlich den Unfall, der eine dauerhafte Invalidität nach sich zieht. Sie ersetzt weder BU noch Krankentagegeldpolice. Allerdings kann eine Einmalzahlung von 200.000 Euro oder mehr – je nach Versicherungssumme – eine wichtige Anschubfinanzierung sein für einen Wohnungsumbau oder spezielle Hilfsmittel.

Überflüssig sind sogenannte Dread Disease Policen, die immer populärer werden. Sie decken bestimmte Diagnosen ab – schwere Krankheiten wie Krebs, Herzinfarkt, einen Schlaganfall. Die Police leistet aber nur, wenn der Verlauf sehr schwer ist und diese Versicherungen enthalten meist viele Ausschlüsse. Ein gut abgesichertes Paket aus Krankentagegeld und Berufsunfähigkeitsversicherung ist berechenbarer.

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