Biallos Ratgeber Altersvorsorge: Flexibel, sicher und rentabel

Von: Oliver Mest und Horst Biallo
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Aachen. Die Vorstellungen davon, wie die Altersvorsorge im Idealfall aussieht, haben sich stark gewandelt. Bis vor wenigen Jahren waren vor allem Kapitallebensversicherungen der Renner bei der Altersvorsorge, denn die Policen waren bei ordentlicher Rendite nach Ablauf der Zwölf-Jahres-Frist steuerfrei.

Gleichzeitig aber sind sie sehr unflexibel. Bei einer Kündigung verlieren Anleger viel Geld. „Die Unternehmen müssen sich einem geänderten Umfeld anpassen. Die Folge: Die Produkte werden flexibler, sodass jeder Kunde heute leichter Lösungen für seine individuelle Situation finden kann”, sagt Una Großmann vom Gesamtverband der Versicherungswirtschaft. Umdenken ist daher angesagt.

Welche neuen Formen gibt es?

Vorsorgekonto: Auf das „flexible Vorsorgekonto” von Cosmos Direkt können Privatpersonen 5000 bis 300.000 Euro anlegen. Dafür erhalten sie im ersten Jahr garantierte 1,50 Prozent, dann 2,00, 2,30, 2,60 und im fünften Jahr 3,50 Prozent an Zinsen. Das Kapital kann man sich jederzeit ganz oder teilweise zum Ende eines Monats auszahlen lassen. Zuzahlungen sind immer bis zur Obergrenze von 300.000 Euro möglich. Das Geld kann man über diesen Zeitraum hinaus beim Versicherer belassen. Ab dem fünften Jahr garantiert er zwar nur 1,75 Prozent Zinsen. Hinzu addieren sich Überschüsse, die Cosmos mit 2,25 Prozent vorsichtig einschätzt, so dass man auf insgesamt mindestens 4,00 Prozent kommt.

Da es sich um ein Versicherungsprodukt handelt, fällt nur dann die Abgeltungsteuer von 25 Prozent an, wenn das Kapital ganz oder teilweise zurückfließt. Steuerlich viel interessanter: Man lässt das Geld mindestens zwölf Jahre stehen. Wer den Gesamtbetrag frühestens mit dem 60. Lebensjahr auf einen Schlag erhält, zahlt nur auf die Hälfte Kapitalertragsteuer. Bei Leibrenten wird nur der Ertragsanteil versteuert. Wer keinen Einmalbetrag leisten will, der kann auch monatlich sparen.

Fondsgebundene Geldanlage: Auch bei fondsgebundenen Geldanlagen bieten immer mehr Versicherer Produkte an, bei denen das Verlust-Risiko durch Garantien minimiert ist. Ein Beispiel dafür ist die „VarioRent-ReFlex” der Gothaer Versicherung. Hier werden einmal erreichte Höchststände der zugrunde gelegten Fonds garantiert. Damit minimiert man das Risiko, dass kurz vor der Rente ein Großteil des Fondsvermögens aufgrund eines möglichen Börsencrashs wieder verloren geht.

„Die Absicherung der erreichten Höchststände erfordert Mechanismen, die den Verbraucher wieder Geld kosten”, so Versicherungsexpertin Kerstin Becker-Eiselen von der Verbraucherzentrale Hamburg. Und das nage an der Rendite. Für sie sind die Zusatzkosten der Preis, den die Verbraucher für ihre Bequemlichkeit zahlen.

Vorsorge und Steuervorteile: Wer bei der Altersvorsorge nicht nur auf den Dreiklang aus Sicherheit, Rendite und Flexibilität setzen, sondern auch noch steuerliche Vorteile haben will, dem bietet sich ein Modell wie der Swiss-Life-Basis-Plan an. Es handelt sich dabei um eine fondsgebundene Rentenversicherung, die nach den Rürup-Regeln steuerlich gefördert wird.

So kann man im Jahr 2011 immerhin 72 Prozent der gezahlten Beiträge steuerlich absetzen - bis zu einem Höchstbetrag von 20.000 Euro für Alleinerziehende bzw. 40.000 Euro für Verheiratete. Im besten Fall lässt sich auf diese Weise ein Steuervorteil von rund 13.000 Euro auf einen Schlag erzielen, der bis zum Jahr 2020 auf 18.000 Euro steigt, wenn die Beiträge dann zu 100 Prozent absetzbar sind.
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