Elmshorn - Berufsunfähigkeitsversicherung: Gesundheitsfragen ehrlich beantworten

Berufsunfähigkeitsversicherung: Gesundheitsfragen ehrlich beantworten

Von: Oliver Mest, dapd
Letzte Aktualisierung:

Elmshorn. Das ist die Horror-Vorstellung für Versicherte: Sie haben sich gegen das Risiko abgesichert, berufsunfähig zu werden, und sitzen im Ernstfall doch finanziell auf dem Trockenen, weil die Versicherung die Rentenzahlung verweigert.

Schützen kann man sich dagegen natürlich nie, aber man kann bereits vor Vertragsschluss auf der Hut sein und der Versicherung kaum eine Chance geben, sich vor der Rentenzahlung zu drücken.

So sind Verträge hilfreich, bei denen die Leistungen möglichst schnell bewilligt werden - gute Verträge sehen heute Leistungen vor, wenn der Versicherte voraussichtlich sechs Monate nicht mehr in der Lage ist, seinen Beruf auszuüben. Schlechte Verträge sehen Fristen von bis zu zwei Jahren vor und sollten nicht akzeptiert werden.

Ein besonderer Knackpunkt im Streit mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung um eine mögliche Rente ist die Frage der Verweisung. Ältere Verträge - wie auch Einsteigertarife heute - sehen immer noch eine abstrakte Verweisung vor, die der Versicherung erlaubt, den Versicherten bei Berufsunfähigkeit auf fast jeden Beruf zu verweisen - egal, ob er für ihn tatsächlich infrage kommt oder ob es überhaupt die Möglichkeit gibt, einen entsprechenden Job zu finden.

Von diesem abstrakten Verweisungsrecht machen die Berufsunfähigkeitsversicherungen natürlich rege Gebrauch. Besser ist deshalb eine Police, die nur eine konkrete Verweisung erlaubt. Die Berufsunfähigkeitsversicherung könnte die Rentenzahlung dann nur für den Fall ablehnen, dass der Versicherte tatsächlich in einem Beruf arbeitet, der seinem bisherigen in puncto Einkommen und sozialem Status ebenbürtig ist.

Wenn Berufsunfähigkeitsversicherungen aus dem Kleingedruckten heraus keine Möglichkeit sehen, die Rentenzahlung zu verhindern, wird der Antrag genauer unter die Lupe genommen - vor allem die Gesundheitsfragen werden eingehend betrachtet. Fliegen hier Falschangaben auf, wird die Versicherung die Zahlung der Rente verweigern und notfalls vor Gericht ziehen - mit guten Chancen. Wenn bei Vertragsschluss ernsthaftere gesundheitliche Einschränkungen bestehen, sollte man das deshalb offen zugeben. Hilfreich ist es, sich mit dem Arzt in Verbindung zu setzen, um einen möglichst umfassenden Bericht des eigenen medizinischen Status zu erhalten. Man sollte der Berufsunfähigkeitsversicherung auf jeden Fall anbieten, bei seinem Arzt Auskünfte einholen zu dürfen. Das reduziert das Risiko erheblich, dass eine Rente später wegen falscher Gesundheitsangaben nicht zur Auszahlung kommt.

Im Idealfall gehen die Leistungen der Krankentagegeldversicherung und der Berufsunfähigkeitsversicherung nahtlos ineinander über. Dieser Idealfall tritt aber sehr selten ein: Oft zahlen die Krankentagegeldversicherer nicht mehr, weil sie von einer Berufsunfähigkeit ausgehen, während die Berufsunfähigkeitsversicherung eine solche Invalidität (noch) nicht anerkennen will. Die beiden Verträge sollten deshalb möglichst genau aufeinander abgestimmt sein, damit es keine finanziellen Lücken gibt, die Berufsunfähige kaum überbrücken können.
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