Berufsunfähigkeit: Finanzielle Absicherung deutlich verbessern

Von: Oliver Mest, dapd
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Berufsunfähigkeit
Für viele ist es ein Horror-Szenario: Sie können nicht mehr arbeiten und sind berufsunfähig, das Einkommen fällt weg - und die Berufsunfähigkeitsversicherung will nicht zahlen. Foto: dpa

Berlin. Für viele ist es ein Horror-Szenario: Sie können nicht mehr arbeiten und sind berufsunfähig, das Einkommen fällt weg - und die Berufsunfähigkeitsversicherung will nicht zahlen.

Dieses Risiko lässt sich mit dem richtigen Vertrag aber deutlich senken.

Hilfreich sind etwa Verträge, die Leistungen möglichst schnell bewilligen. So sehen gute Policen heute Leistungen vor, wenn der Versicherte voraussichtlich sechs Monate lang nicht mehr in der Lage ist, seinen Beruf auszuüben. Schlechte Verträge haben dagegen eine längere Frist von bis zu zwei Jahren.

Ebenfalls im Vorteil sind Versicherte, wenn die Feststellung der Berufsunfähigkeit an die Einstufung in Pflegestufen gekoppelt ist. Viele Berufsunfähigkeitsversicherungen sehen vor, dass die Rente gezahlt wird, wenn mindestens die Pflegestufe I festgestellt wird.

Ein besonderer Knackpunkt im Streit mit einer Versicherung um eine mögliche Rente ist die Frage der Verweisung. Ältere Verträge sehen, wie auch Einsteigertarife heute, immer noch eine abstrakte Verweisung vor, die der Versicherung erlaubt, den Versicherten im Ernstfall auf fast jeden Beruf zu verweisen - egal, ob er für sie tatsächlich infrage kommt oder nicht. Und von diesem Recht machen die Versicherer rege Gebrauch.

Es ist deshalb auf jeden Fall ein Vertrag sinnvoll, der nur eine konkrete Verweisung erlaubt. Die Berufsunfähigkeitsversicherung könnte die Rentenzahlung dann nur für den Fall ablehnen, dass der Leistungsnehmer tatsächlich in einem Beruf arbeitet, der dem bisherigen in puncto Einkommen und sozialem Status ebenbürtig ist.

Schwierige Gesundheitsfragen

Findet der Versicherer im Kleingedruckten keine Möglichkeit die Rentenzahlung zu verhindern, wird der Antrag häufig genauer unter die Lupe genommen. Dann werden vor allem die Gesundheitsfragen überprüft. Wenn die Berufsunfähigkeitsversicherung dem Versicherten eine sogenannte vorvertragliche Anzeigepflichtverletzung vorwerfen kann, darf sie den Vertrag auflösen. Der Versicherungsschutz entfällt damit rückwirkend, der Versicherte bekommen keinen Cent.

Aber auch hier hat der Versicherte es in der Hand, für Klarheit zu sorgen. Wenn bei Vertragsschluss ernsthaftere gesundheitliche Einschränkungen bestehen, sollten diese offen zugegeben werden. Beim beantworten aller Fragen sollte nichts beschönigt oder verschweigen werden.

Zudem sollte der Versicherte dem Anbieter auf jeden Fall anbieten, bei seinem Arzt Auskünfte einzuholen. Das reduziert das Risiko erheblich, später wegen falscher Gesundheitsangaben keine Rente zu bekommen.

Die Rente wird nicht für ewig gezahlt

Grundsätzlich gilt, dass Berufsunfähigkeitsrenten solange gezahlt werden, wie der Versicherte berufsunfähig ist. Das bedeutet aber auch, dass die Versicherung den Leistungsnehmer erneut untersuchen und ihm den Status aberkennen darf, wenn sich sein Gesundheitszustand bessert. Die Rente muss dann nicht mehr gezahlt werden.

Für diesen Fall sollten Versicherte darauf achten, dass die Berufsunfähigkeitsversicherung den Wiedereinstieg in den Job erleichtert, etwa indem sie eine Wiedereingliederungshilfe zahlt. Im besten Fall ist das eine zwölffache Monatsrente. So haben Betroffene einen finanziellen Rahmen, wenn sie wieder ins Berufsleben einsteigen.
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