Berufsunfähigkeit: Auf welche Klauseln Sie achten müssen

Von: Fritz Himmel
Letzte Aktualisierung:

Aachen. In Verträgen einer Berufsunfähikeitsversicherung (BU) stecken viele komplizierte Klauseln. Manche können gefährliche Auswirkungen für den Versicherten nach sich ziehen.

Außer den notwendigen vertraglichen Mindestanforderungen die für einen guten Berufsunfähigkeitsschutz erforderlich sind, gibt es auch dort einige mehr oder weniger versteckte leistungseinschränkende Klauseln. "Ganz entscheidend sind bei diesem Versicherungsschutz die Bedingungen, denn die Auszahlung der Rente im Ernstfall ist meist an viele Vorgaben gekoppelt", warnt daher Bianca Boss vom Bund der Versicherten. Folgendes sollte nicht im Vertrag einer Berufsunfähigkeitsversicherung stehen:

Gefährliche Klauseln in der Berufsunfähigkeitsversicherung

Abstrakte Verweisung:

Verbraucherschützer raten, Verträge mit einer solchen Klausel strikt zu meiden. Hinter diesem nicht leicht verständlichen Begriff verbirgt sich, dass ein Versicherer den betroffenen Versicherungsnehmer "abstrakt", also ohne Bezug auf einen speziellen Beruf, auf eine andere zumutbare Tätigkeit verweisen darf. Im Klartext: Fehlt dieser Verzicht im Vertrag einer Berufsunfähigkeitsversicherung, so kann der Versicherer eine Rentenzahlung verweigern, wenn der Betroffene zwar berufsunfähig wird, aber theoretisch noch in einem anderen Beruf arbeiten könnte. Dabei ist es ohne Bedeutung, ob dieser in dem Verweisungsberuf jemals einen Job bekommen würde -; allein die abstrakte Möglichkeit genügt. Manche Versicherer haben solche Klauseln noch in ihren Verträgen bei aktuellen Einsteiger-, Basis- oder Billig-Tarifen. "In einem guten BU-Tarif sollte daher die abstrakte Verweisung ausdrücklich ausgeschlossen sein. Der Versicherer zahlt dann in jedem Fall bei mindestens 50-prozentiger Berufsunfähigkeit", sagt Bianca Boss.

Arztanordnungs-Klausel:

Diese gibt dem Versicherer das Recht, den Versicherten zur Durchführung einer ärztlichen Behandlung oder Therapie zu verpflichten. Oftmals wird sogar vorgeschriegen welcher Arzt aufzusuchen ist und dadurch dem Versicherten die freie Arztwahl genommen. Meist beinhaltet die Klausel auch einige ungenaue Formulierungen. So ist in den Vertragsbedingungen oftmals von "zumutbaren" Behandlungen die Rede. Aber was hält der Versicherer für zumutbar, falls er nicht leisten will? Anbieter mit fairen Tarifen verzichten auf die Arztanordnungsklausel bzw. haben zumutbare Anweisungen.

Prognose-Zeitraum:

Voraussetzung damit Sie Leistungen aus der Berufsunfähigkeitsversicherung erhalten, ist die ärztliche Prognose. Einige Versicherer geben Prognose-Zeiträume "bis zu drei Jahre" bzw. "voraussichtlich dauernd" vor. Aber für den Versicherungsnehmer ist ein kurzer Prognose-Zeitraum von Vorteil, also seien Sie auf der Hut bei langen Zeitangaben oder diffusen Begriffen. "Der in den Versicherungsbedingungen festgelegte Prognose-Zeitraum bestimmt, für welchen Zeitraum eine Berufsunfähigkeit ärztlich prognostiziert werden muss, damit der Versicherer leisten muss", sagt Annabel Oelmann von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Bei einem guten Verträgen erkennt die Versicherung eine Berufsunfähigkeit bereits an, sobald sie ein Arzt für "voraussichtlich sechs Monate" prognostiziert.

Suchen Sie sich einen Top-Anbieter mit fairen Klauseln

Da die meisten Versicherungen Tarife mit unterschiedlicher Qualität im Angebot haben, sollten Sie gezielt und gründlich prüfen. Selbst Top-Anbieter wie die Hannoversche, Canada Life, Europa oder die Gothaer bieten neben ihren hervorragenden und empfehlenswerten Tarifen manchmal auch limitierte Varianten ihrer Berufsunfähigkeitsversicherungen, die Sie auf keinen Fall verwechseln sollten.

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