Berufsunfähig: Viele stehen im Regen

Von: Fritz Biallo
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Besser geschützt: Das gilt au
Besser geschützt: Das gilt auch für den Fall einer Berufsunfähigkeit. Foto: imago/Ralph Peters

Aachen. Wer auf sein Arbeitseinkommen angewiesen ist, sollte sich frühzeitig gegen Berufsunfähigkeit finanziell absichern. Statistisch scheidet bereits jeder Fünfte aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig aus dem Berufsleben aus.

Knapp zehn Prozent davon sind sogar unter 40 Jahre. „Das Risiko, berufsunfähig zu werden, wird von vielen noch unterschätzt”, betont Thorsten Rudnik vom Bund der Versicherten. Aber nicht jeder bekommt eine Police oder kann sie sich leisten. Doch es gibt sinnvolle Alternativen zur Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) - allerdings bietet keine vollständigen Ersatz. Aber sie alle sind besser als im Ernstfall gar keinen Schutz zu haben.

Erwerbsunfähigkeitsversicherung:

Sie zahlt eine monatliche Rente, wenn ein Versicherter in gar keinem Beruf mehr tätig sein kann, also zu 100 Prozent invalide ist. Die berufliche Qualifikation, bisherige Lebensstellung oder die Arbeitsmarktlage sind dabei ohne Belang. Hier gilt: Solange jemand in der Lage ist, irgendeine Tätigkeit auszuüben - also ein Betriebswirt noch als Pförtner arbeiten könnte - fließt keine Rente. Das ist ein geringerer Schutz als ihn die Berufsunfähigkeitsrente (BU) bietet.

Diese zahlt bereits, wenn der Versicherte zu mindestens 50 Prozent nicht in der Lage ist, in seinem zuletzt ausgeübten Beruf weiterzuarbeiten. Daher ist die Prämie hier auch um bis zu 40 Prozent günstiger. Den Schutz für eine Monatsrente von 1500 Euro gibt es für einen 30-jährigen kaufmännischen Angestellten bei Anbietern wie der Hannoverschen Leben, Cosmos Direkt oder Europa schon für rund 45 Euro im Monat.

Dread-Disease-Versicherung:

Dieser Schutz eignet sich als Vorsorge-Alternative gegen das finanzielle Dilemma bei einer schweren Krankheit wie Arthritis, Blindheit, Herzinfarkt oder auch Krebs. Mögliche Einschränkungen bei Krebserkrankungen sind möglich, hier sollte man genau die Versicherungsklauseln prüfen. Statistisch gesehen liegt das Risiko an einer ernsten Krankheit zu erkranken für Erwachsene bei 3:1. Anders als bei der BU zahlt die Assekuranz auch dann, wenn eine der versicherten Krankheiten nicht zur Berufsunfähigkeit führt. Es genügt die reine Diagnose. Im Versicherungsfall gibt es einen vertraglich vereinbarten Betrag per Einmalzahlung. Canada Life führt in ihrem Vertrag 43 definierte Erkrankungen auf und bietet damit den umfangreichsten Krankheitskatalog. Eine 30-jährige Diplom-Kauffrau zahlt hier für eine Versicherungssumme von 300.000 Euro rund 100 Euro monatliche Prämie. Weitere Anbieter: Gothaer, BBV, Skandia.

Unfallversicherung:

Eine Leistung erfolgt bei allen bleibenden Körperschäden, die durch einen Unfall entstehen - unabhängig davon, ob man durch die Verletzung berufsunfähig wird oder nicht. Der Nachteil: Es besteht kein Versicherungsschutz bei krankheitsbedingten Ursachen. Ratsam sind Tarife mit einer Progression, vorzugsweise mit 350 bis 500 Prozent.

Solche Verträge haben laut Stiftung Warentest das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis. Der Vorteil liegt dabei darin, dass bei höheren Invaliditätsgraden eine deutlich höhere Invaliditätssumme zur Auszahlung kommt.

Bei Vollinvalidität würde der Versicherte dann das 3,5- bis Fünffache der Versicherungssumme erhalten. Top-Anbieter in Tests sind Swiss Life, Janitos, Asstel, NV oder Cosmos Direkt. „Jedoch immer genau auf die Vertragsleistungen achten”, rät der Versicherungsexperte.

Grundfähigkeitsversicherung:

Verliert der Versicherte bestimmte Grundfähigkeiten, etwa Sehen oder Hören, erhält er eine Rente. Voraussetzung ist, dass die betreffenden Kräfte fast vollständig verloren sind und das für mindestens ein Jahr. Die Beeinträchtigung beziehungsweise der Verlust der Grundfähigkeiten kann Folge eines Unfalls, einer Krankheit oder alterungsbedingten Kräfteverfalls sein. Die Rente fließt auch bei Pflegestufe II und III. Diese Versicherungsart ist in Deutschland noch neu, daher gibt es mit Canada Life, Münchner Verein und WWK erst wenige Anbieter.
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