Berlin/Stuttgart - Ausgabe bis Zeichnung: Was bei Wertpapiergebühren günstig ist

Ausgabe bis Zeichnung: Was bei Wertpapiergebühren günstig ist

Von: Sebastian Knoppik, dpa
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Berlin/Stuttgart. Vom Kauf von Aktien und anderen Wertpapieren versprechen sich Anleger auf lange Sicht eine hohe Wertentwicklung.

Als Renditebremse können sich allerdings die verschiedenen Gebühren beim Kauf der Papiere erweisen. Investoren tun daher gut daran, auch das Kleingedruckte in den Preislisten zu studieren, bevor sie ein Depot eröffnen.

Eine Faustregel beim Wertpapierkauf ist unumstritten: „Wenn man viel handelt, ist es in der Regel günstiger, Wertpapiere im Internet zu kaufen”, sagt Roland Aulitzky von der Stiftung Warentest in Berlin. Eine aktuelle Untersuchung für die Zeitschrift „Finanztest” ergab zum Teil deutliche Unterschiede zwischen den Kosten bei Filial- und Online-Banken.

ORDER- ODER PROVISIONSGEBÜHR: So lassen sich zum Beispiel Aktien zum Kurs von 50 000 Euro über das Internet schon für eine Provisionsgebühr von 9,90 Euro ordern, ergab die Untersuchung. Bei einer vergleichsweise teuren Filialbank zahlen Anleger für die gleiche Aktienorder am Schalter 500 Euro - also rund das 50-fache.

Besonders teuer wird die Wertpapier-Order, wenn hohe Werte ins Spiel kommen. Denn bei vielen Filialbanken ist die Gebühr abhängig vom Wert der gekauften Aktien. Online-Banken dagegen bieten oft eine einheitliche Gebühr unabhänig vom Kurswert. Allerdings hätten sie kein Filialnetz und auch nicht immer alle Wertpapiere im Angebot, wie Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg in Stuttgart sagt. „Das gilt zum Beispiel für direkt an der Börse gehandelte Exchange Traded Funds.” Die „ETFs” zeichnen sich durch niedrige laufende Kosten aus, deshalb empfehlen Verbraucherschützer sie immer wieder.

DEPOTKOSTEN: Für die Order benötigen Anleger vorab ein Depot. Vor allem Online-Broker bieten sie inzwischen teilweise kostenlos an. „Allerdings sollte man darauf achten, dass das nicht an Bedingungen geknüpft ist”, sagt Aulitzky. Neben Verkaufsprovision und Depotkosten stehen im Kleingedruckten vieler Banken noch weitere Gebühren. So lassen sich einige Anbieter den Service bezahlen, dass der Anleger eine Order wieder streichen möchte. Andere halten die Hand auf, wenn der Investor ein Limit setzt. Diese Gebühren sind nach Angaben von Hartmut Strube von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf auch zulässig: „Es gilt die Faustregel, dass die Gebühren immer dann rechtmäßig sind, wenn es sich um eine Anforderung des Kunden handelt.”

FONDSKAUF: Beim Kauf von Fondsanteilen kommen zwei Gebühren auf den Anlager zu. Der Ausgabeaufschlag wird von der Fondsgesellschaft erhoben. Üblich sind 5,0 Prozent. Freie Fondsvermittler und einige Banken bieten Rabatte von bis zu 100 Prozent. Noch wichtiger beim Fondskauf ist laut Nauhauser allerdings die Management-Gebühr. Sie wird jährlich erhoben und versteckt sich im Kurswert. Und sie macht über die Jahre eine viel höhere Summe aus als der Ausgabeaufschlag, wie Nauhauser erklärt: „Man sollte sich daher vor allem an der Management-Gebühr orientieren und erst im zweiten Schritt am Ausgabeaufschlag.”
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