Berlin/Hamburg - Auf sich gestellt: Richtig versichert als junge Frau

Auf sich gestellt: Richtig versichert als junge Frau

Von: Nadine Hantke, dpa
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Auf sich gestellt - Richtig versichert als junge Frau
Ganz entspannt ins Berufsleben - mit dem Start in den ersten Job müssen sich Frauen selbst um viele Versicherungen kümmern. Foto: dpa

Berlin/Hamburg. Lehre fertig oder Studium absolviert: Mit den angenehmen neuen Freiheiten nach der Ausbildung kommen auf Berufseinsteiger auch neue Pflichten zu.

Die Familienmitversicherung greift mit dem ersten eigenen Job zum Beispiel nicht mehr - junge Erwachsene müssen ihre eigenen Policen abschließen.

Vor allem junge Frauen sollten sich um Fragen rund um Geld und Versicherungen kümmern, mahnen Experten. Denn sie kümmerten sich häufig nicht um das Thema. Schwerer haben sie es nicht - die für sie wichtigen Versicherungen unterscheiden sich nicht von denen für Männer.

Einige Versicherungen kommen dabei quasi „automatisch” auf alle zu, sobald sie Arbeitnehmer werden - das sind die gesetzlichen Sozialversicherungen. Die Grundversorgung besteht aus der gesetzlichen Kranken-, Pflege-, Renten-, Arbeitslosen- und Unfallversicherung.

Die Beiträge für diesen Schutz werden je zur Hälfte vom Arbeitnehmer und Arbeitgeber gezahlt. Bei der gesetzlichen Unfallversicherung trägt der Unternehmer die Kosten für seine Mitarbeiter. Vielfach sollten sich Versicherte aber nicht auf den gesetzlichen Schutz allein verlassen. Privater Zusatzschutz ist dann sinnvoll. Und häufig gibt es gar keine andere Möglichkeit.

HAFTPFLICHTVERSICHERUNG: Wer anderen einen Schaden zufügt - an seiner Person oder seinem Eigentum -, muss dafür haften. Dafür gibt es keinen gesetzlichen Schutz. Eine private Haftpflichtpolice muss her, denn ein Missgeschick oder ein Unfall kann schnell ins Geld gehen und sogar die eigene finanzielle Existenz bedrohen.

„Wenn man einen anderen aus Versehen schädigt, kann das einem selbst die Zukunft verbauen”, warnt Katrin Rüter de Escobar vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Berlin. Daher ist die private Haftpflichtversicherung unbedingt nötig um diese Risiken abzusichern. „Senken lassen sich die Beiträge durch Single-Policen für Alleinstehende und Selbstbeteiligungen”, fügt Hajo Köster vom Bund der Versicherten in Henstedt-Ulzburg bei Hamburg hinzu.

HAUSRATVERSICHERUNG: „Das alte Bett oder ein günstiges Regal muss ich nicht versichern. Ein paar wertvolle Dinge hat aber schließlich jeder”, sagt Rüter de Escobar. Sie empfiehlt eine Hausratversicherung abzuschließen, sobald sich einige teure Güter wie eine Digitalkamera, ein Flachbildfernseher, eine Stereoanlage oder ein Laptop in der Wohnung befinden.
„Wenn sich Werte angesammelt haben, die man bei einem Totalverlust - durch Einbruch, Feuer oder Leitungswasserschaden - nicht so einfach ersetzen kann”, dann ist das der richtige Moment für eine Hausratpolice, sagt Elke Weidenbach, Versicherungsexpertin bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. Die jährlich zu zahlenden Prämie hängt vom Wert des Hausrats, der Wohnungsgröße und der Lage ab.

BERUFSUNFÄHIGKEITSVERSICHERUNG: „Ohne Berufsunfähigkeitsversicherung würde ich nicht auf die Straße gehen”, sagt Weidenbach. Auch andere Experten sehen in der Berufsunfähigkeitsversicherung eine der wichtigsten Versicherungen für junge Leute überhaupt. Da die gesetzliche Erwerbsminderungsrente nicht ausreicht, um den Lebensstandard zu halten, sei eine private Police sehr zu empfehlen - unabhängig vom Beruf und unabhängig davon, ob jemand angestellt ist oder selbstständig arbeitet.

„Die Berufsunfähigkeit sollte man unbedingt so früh wie möglich absichern, da sich die Prämie unter anderem am Alter und dem Gesundheitszustand bemisst”, rät Regina Weihrauch, unabhängige Versicherungsmaklerin aus Göttingen und Mitglied im Zusammenschluss „Finanzfachfrauen”. Und jeder sollte unbedingt darauf achten, dass der Versicherungsschutz bis zum Ende des Berufslebens andauert.

UNFALLVERSICHERUNG: Vor den finanziellen Folgen eines Unfalls, der nicht am Arbeitsplatz oder dem Arbeitsweg passiert, schützt auch die private Unfallversicherung mit einer Kapitalleistung oder einer Rente. „Wenn man eine Berufsunfähigkeitsversicherung hat, braucht man nicht unbedingt eine Unfallversicherung. Wer jedoch beispielsweise durch Vorerkrankungen keine Berufsunfähigkeitsversicherung bekommt, sollte auf die Unfallversicherung zurückgreifen”, sagt Weihrauch.

WEITERE POLICEN: Für Autobesitzer ist die Kfz-Haftpflichtversicherung gesetzlich vorgeschrieben. Auch die freiwillige Kaskoversicherung ist sinnvoll. Bei älteren Fahrzeugen reicht eine Teilkasko, bei Neuwagen sollte es eine umfassendere Vollkaskoversicherung sein. Wer eine Familie gründet, sollte den Experten zufolge eine Risikolebensversicherung abschließen. Sie versorgt im Todesfall die Hinterbliebenen.


Weiterlesen und abschließen

Sowohl die Versicherungsbranche als auch Verbraucherorganisationen bieten kostenlose Broschüren zum Thema an. Unter http://www.klipp-und-klar.de finden Interessierte zum Beispiel die Broschüre „Singles” mit Versicherungstipps zum Download. Der Bund der Versicherten hält auf seiner Homepage Erläuterungen und Tipps zu allen großen Policentypen bereit - hilfreich ist auch die Bedarfsermittlung unter http://www.bundderversicherten.de/bedarfsrechner.
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