Auf Dispozinsen achten

Von: Max Geißler
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Aachen. Kontoführungsgebühren und eine gute Bargeldversorgung sind wichtige Kriterien bei der Suche nach einem Girokonto. Doch auch der Dispozins ist verdient Beachtung.

Finanzielle Engpässe lassen sich nie ganz ausschließen. Zwar werden Dispozinsen nur für den Zeitraum der Inanspruchnahme verlangt und auch nur entsprechend der Höhe des tatsächlich genutzten Betrags. Doch bei einer größeren Überziehung staunen Bankkunden am Monatsende meist nicht schlecht über die Höhe der fälligen Dispozinsen. Berechnet eine Bank zwölf Prozent Überziehungszins für das Girokonto, fallen bei einem Minus von 1.500 Euro immerhin 15 Euro Zinsen pro Monat an. Verbleibt das Konto sechs Monate lang auf gleicher Höhe im Minus, summieren sich die Zahlungen auf 90 Euro.

Dispokredit sollte nur eine kurzfristige Zwischenlösung sein

Die Statistik zeigt, dass der Dispo in Deutschland intensiv genutzt wird. Nach Angaben der Deutschen Bundesbank betrug der allen Bundesbürgern insgesamt gewährte Disporahmen (inklusive wiederholter Inanspruchnahmen) im Jahr 2012 satte 41 Milliarden Euro. Grob überschlagen macht das rund 500 Euro pro Kopf. Kunden sollten sich darüber im Klaren sein, dass sie mit der Nutzung des Dispo über Geld verfügen, das sie eigentlich gar nicht haben, mahnt Kerstin Schülter von der PSD Bank München. Der Kredit sollte daher nur eine kurzfristige Zwischenlösung sein. Gefährlich teuer werde es, wenn der Dispo-Rahmen nicht mehr ausreicht. Wird das Konto darüber hinaus belastet, müssten Bankkunden bei der sogenannten geduldeten Überziehung mit einem zusätzlichen Zinsaufschlag rechnen. Während der Dispozins laut Zinsindex von biallo.de aktuell rund elf Prozent beträgt, liegt der Durchschnittszins für geduldete Überziehungen mit 15,5 Prozent rund 4,5 Prozent höher.

Große Unterschiede beim Dispozins

Die Spanne der Dispozinsen ist von Bank zu Bank sehr unterschiedlich. Kundenfreundliche Institute berechnen etwa sechs bis acht Prozent Dispozinsen, während teure mit 14 Prozent rund doppelt so viel verlangen. Das ist eine enorme Differenz, die sich im persönlichen Portemonnaie deutlich bemerkbar machen kann, unterstreicht Schülter. Wer sein Girokonto öfter mal überziehe, der sollte auf möglichst günstige Dispozinsen achten. Geringe Dispozinsen fürs Girokonto berechnen zum Beispiel die DAB Bank mit 7,5 Prozent Dispozins, 1822 direkt mit 7,74 Prozent sowie DKB und VR Bank München Land mit je 7,9 Prozent. Etwas mehr verlangt die PSD Bank München mit 8,25 Prozent sowie die Onlineinstitute Cortal Consors und ING-Diba mit 8,5 Prozent.

Neben teuren Dispozinsen sollten Bankkunden monatliche Kontogebühren gering halten. Manche Bank berechnet dafür zehn Euro im Monat, etwa die Sparkasse Bad Tölz-Wolfratshausen, die für ihr Girokonto Komfort Gold Online 9,50 Euro verlangt oder die Münchner Merkur Bank, die für das Girokonto Premium monatlich 9,95 Euro in Rechnung stellt. Wer zu einem Geldhaus mit gebührenfreiem Girokonto wechselt, der kann viel sparen. Institute wie Comdirect, DKB Bank oder ING-Diba verzichten vollständig auf Konto- und Kreditkartengebühren, Netbank und die Frankfurter Sparkassentochter 1822 direkt machen dafür einen monatlichen Geldeingang zur Voraussetzung.

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