Anschlussfinanzierung richtig angehen

Von: Max Geißler
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Bei einer Anschlussfinanzierung profitieren Kreditnehmer von der gesunkenen Kreditsumme und dem aktuell niedrigen Zinsniveau. Die Monatsraten sollten sie aber möglichst nicht senken.

Steht die Anschlussfinanzierung ins Haus, können Kreditnehmer die Kreditbedingungen an die aktuellen Lebensumstände anpassen. Mit Sonderzahlungen lässt sich die Kreditsumme kräftig senken. Nach Ende der Zinsbindung sind sie ohne Vorfälligkeitsentschädigung möglich.

Die Ratenhöhe sollte den veränderten Einkommensverhältnissen und dem aktuellen Zinsniveau Rechnung tragen, sagt Eva Grunwald, Leiterin Baufinanzierung der Deutschen Bank. Möglicherweise steht mehr Geld zur Verfügung, da die Kinder ihre Ausbildung abgeschlossen haben oder in der Zwischenzeit das Gehalt kräftig gestiegen ist. Darlehensnehmer können die Tilgungsrate erhöhen und sind schneller schuldenfrei.

Spielraum für Tilgung nutzen

Das Zinsniveau ist aktuell sehr günstig. Dennoch sollten Darlehensnehmer entstehenden Spielraum möglichst für eine stärkere Tilgung nutzen. Niedrige Monatsraten klingen zwar verlockend, haben allerdings einen entscheidenden Nachteil: Sie erhöhen die Kreditkosten. Grund ist die geringere monatliche Tilgungsleistung. Bei niedrigen Zinsen bewirkt sie sehr lange Kreditlaufzeiten, weil das Darlehen nur langsam abgezahlt wird. Die Kreditraten sind zwar niedrig, doch der Zinsaufwand summiert sich zu großen Beträgen.

Beispiel: Ein Restkredit über 130.000 Euro wird mit einem Prozent Anfangstilgung weiter abgezahlt. Bei einem Zinssatz von 3,5 Prozent wäre der Darlehensnehmer erst nach 43 Jahren schuldenfrei. Die monatliche Rate liegt zwar bei moderaten 487,50 Euro, die Zinskosten summieren sich aber im Lauf der Jahre auf über 121.000 Euro.

Um die Zinskosten zu verringern, sollten Eigentümer bei der Anschlussfinanzierung nicht vorrangig auf eine niedrige Kreditrate schielen, sondern einen vertretbaren Kompromiss zwischen Raten- und Tilgungshöhe suchen, sagt Grunwald. In der aktuellen Niedrigzinsphase lässt sich diese Strategie ohne Mehraufwand umsetzen.

Zinskosten halbiert

Bei drei Prozent Anfangstilgung würde im genannten Beispiel die monatliche Rate zwar auf 704 Euro klettern. Der Darlehensnehmer wäre jedoch schon nach 22 statt 43 Jahren schuldenfrei. Die Zinskosten haben sich mit 57.000 Euro mehr als halbiert. Bei einer Anfangstilgung von vier Prozent, sinken die Zinskosten auf knapp 42.500 Euro und die Laufzeit auf 18 Jahre.

Auch die Umschuldung des Darlehens zu einem günstigeren Anbieter kann große Kostenvorteile bringen. Es fallen zwar Kosten dafür an, dass die Grundschuld an eine andere Bank abgetreten wird. Im Vergleich zum möglichen Sparpotential sind sie jedoch gering.

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