Karlsruhe - Anlageberater muss Wirtschaftspresse auswerten

Anlageberater muss Wirtschaftspresse auswerten

Von: dpa
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Karlsruhe. Ein Anlageberater ist grundsätzlich zur Auswertung der Wirtschaftspresse verpflichtet. Das geht aus einem Urteil des Bundesgerichtshofs in Karlsruhe hervor.

Schadenersatz steht einem Kunden allerdings dann zu, wenn er nachweisen kann, dass kritische Berichte über eine Wertanlage tatsächlich einen „nennenswerten Informationscharakter” hatten und daher bei der Anlageberatung hätten erwähnt werden müssen, wie die in Köln erscheinende Fachzeitschrift „BGH-Report” über das Urteil schreibt.

Das Gericht hob in dem Fall eine Entscheidung des Oberlandesgerichts Köln auf. Ein Ehepaar hatte seinem Anlageberater vorgehalten, ihm einen Fonds empfohlen zu haben, ohne auf einen kritischen Bericht in einer Wirtschaftszeitung hinzuweisen.

Das Oberlandesgericht entschied zugunsten des Paares - die Bundesrichter aber hielten dem entgegen, das Paar hätte sich intensiv mit dem Informationsgehalt des Artikels auseinandersetzen müssen. Es sei auch zu berücksichtigen, dass es sich um eine einzelne Berichterstattung handelte oder ob bereits in verschiedenen Publikationen kritische Berichte zu dem Fonds erschienen seien. Erst dann bestehe eine hinreichende Grundlage, einen Anlageberater haftbar zu machen.

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