Berlin - Am besten auf die Leine: Wie Wäsche sparsam trocken wird

Am besten auf die Leine: Wie Wäsche sparsam trocken wird

Von: Stephanie Hoenig, dpa
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Berlin. Enge Gassen, in denen Hemden, Strümpfe oder Betttücher auf Wäscheleinen zwischen den Häusern flattern, gehören zum Flair pittoresker Altstädte rund um das Mittelmeer.

Aber auch in Deutschland bevorzugen viele das Open-Air-Trocknen: Die Wäsche riecht gut, Sonne und Wind gibt es gratis. Strom ist nicht nötig, und die Umwelt wird geschont.

„Wäsche draußen zu trocknen, ist unter dem Aspekt Energiesparen zweifellos die beste Lösung”, sagt Haushaltsexpertin Silvia Frank vom Deutschen Hausfrauenbund (DHB) in Karlsruhe. Nur herrscht leider häufig nasskaltes Schmuddelwetter - weshalb nichts anderes übrig bleibt, als die Wäsche im Haus oder in der Wohnung aufzuhängen.

Dieses Thema führt jedoch immer wieder zu Streit zwischen Wohnungseigentümern und Mietern: „Das Trocknen von Wäsche in der eigenen Wohnung gehört zum sogenannten vertragsgemäßen Gebrauch der Mietsache”, erklärt der Jurist Hermann-Josef Wüstefeld vom Deutschen Mieterbund (DMB) in Berlin. Daher müsse das Trocknen von Wäsche in der Wohnung erlaubt werden, soweit das Aufkommen im Rahmen des Üblichen bleibe.

Wäschetrocknen in der Wohnung sei jedoch energetisch eine schlechte Lösung, warnt Frank. Denn in der Wohnung entstehe durch die feuchte Wäsche Verdunstungskälte, und bei geöffnetem Fenster gehe eine Menge Heizenergie verloren. „Der Energieverbrauch ist dann höher als bei der Nutzung von Wäschetrocknern”, so die Expertin. Bei zu sparsamer Lüftung drohten außerdem Gebäudeschäden durch Feuchte und Schimmelpilz.

Wesentlich sparsamer sei das Trocknen im unbeheizten Trockenraum, weil keine Energie verloren gehe. Entsprechend sollten für die große Wäsche - soweit vorhanden - die hierfür vorgesehenen Gemeinschaftsräume wie Speicher oder Trockenkeller genutzt werden, rät Wüstefeld. Mieter dürften darüber hinaus einen Wäscheständer auf dem Balkon aufstellen. Quer über den Balkon an den Hauswänden befestigte Wäscheleinen müsse jedoch der Vermieter genehmigen. In Gartenanlagen und Grünflächen rund ums Haus dürften Mieter nur an dafür festgelegten Stellen ihre Wäsche trocknen.

Leider hat aber nicht jedes Haus einen Trockenplatz im Freien, und nicht zu jeder Wohnung gehört ein Balkon, ein Dachboden oder ein Keller, wo die Wäsche trocknen kann. „Unter diesen Voraussetzungen ist die Anschaffung eines Wäschetrockners sehr empfehlenswert”, erklärt Silvia Frank. Besonders sparsam seien Erdgaswäschetrockner, die allerdings einen Gasanschluss und eine Gassteckdose benötigten.

Die ökologische Effizienz der Erdgaswäschetrockner rühre daher, dass Erdgas einen höheren Wirkungsgrad habe als elektrische Energie. So lassen sich laut Frank rund 50 Prozent Primärenergie einsparen, dadurch würden 50 Prozent weniger Kohlendioxid und viel weniger Stickstoff- und Schwefeloxide produziert. In den USA liefen ein Drittel aller Wäschetrockner mit Gas, doch hierzulande würden die Geräte viel zu selten vom Fachhandel angeboten, weil es oft an Möglichkeiten fehle, sie anzuschließen.

Herkömmliche elektrische Kondensationstrockner und Ablufttrockner sparen zwar Zeit fürs Auf- und Abhängen der Wäsche, der Energieverbrauch bleibt aber ein Problem. „Günstige Wäschetrockner haben oft lediglich die Energieeffizienzklasse C, auch neuere Geräte erreichen nur ein B”, sagt Claudia Oberascher von der Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung in Berlin.

Eine Ausnahme bildeten Wäschetrockner mit Wärmepumpe, die Wärme aus der Abluft in die Wäsche zurückleiten. Nur diese Geräte gehören laut Oberascher zur A-Klasse. Durch Einbau einer Wärmepumpe könne ein Teil der Abwärme erneut für den Trockenvorgang verwendet werden. Dadurch ließen sich im Vergleich zu konventionellen Geräten etwa 40 bis 50 Prozent Energie einsparen. Trockner mit Wärmepumpe arbeiteten allerdings etwas lauter, gibt Frank zu bedenken.

Gut geschleudert ist halb getrocknet

Das Trocknen im elektrischen Wäschetrockner verbraucht nach Angaben der Deutschen Energie-Agentur (dena) in Berlin weit mehr Strom als das Waschen der gleichen Wäschemenge. Zu empfehlen sei deshalb eine Schleuderdrehzahl von mindestens 1400 Umdrehungen pro Minute. Denn je besser die Wäsche geschleudert wurde, umso weniger müsse der Trockner nacharbeiten.

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