Altersvorsorge: Immobilienpreis muss stimmen

Von: Max Geißler
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Einfamilienhaus
Vielen Sparern scheint das Eigenheim eine gute Altervorsorge zu sein. Doch der Schein kann trügen. Foto: Carsten Rehder/dpa

Aachen. Das Eigenheim zur Altersvorsorge ist bei den Deutschen sehr beliebt. Doch lohnt der Kauf der eigenen vier Wände, angesichts horrender Immobilienpreise?

Nicht generell, findet die Deutsche Gesellschaft für Ruhestandsplanung. Das Eigenheim zur Altersvorsorge "birgt mehr Risiken als Chancen", findet Geschäftsführer Peter Härtling. Zwar scheint vielen Sparern das eigene Haus oder die Eigentumswohnung dank der extrem niedrigen Zinsen mühelos realisierbar. Doch der Schein kann trügen. Langfristig lauert so manche Tücke.

Als Fallstrick kann sich zum Beispiel ein zu hoher Immobilienpreis entpuppen. In vielen Städten und Landkreisen gibt es kaum noch erschwingliche Objekte in guter Lage. Nicht selten greifen Käufer dann auf schlechtere Standorte oder mangelhafte Objekte zurück, schließlich will man im Alter nicht mit leeren Händen dastehen. Ausgelöst wird die Fehlentscheidung immer öfter durch den enormen Nachfragedruck. Denn entscheidet sich der Käufer nicht schnell genug, geht er häufig leer aus.

Doch Vorsicht: Bei einem derart einschneidenden, finanziellen Schritt wie dem Immobilienerwerb sollte man nichts überstürzen! Übersehen Sie Mängel, können die Folgekosten immens sein. Stellt man nach dem Einzug fest, dass umfangreiche Reparaturen notwendig sind, um das Objekt auf Vordermann zu bringen, kommt das Finanzbudget schnell an seine Grenzen. Einbußen lauern auch bei einem möglichen Wiederverkauf des Eigenheims. Stimmt die Lage nicht oder ist das Eigenheim technisch veraltet, drohen Preisabschläge. Das gilt insbesondere dann, wenn Sie als Käufer von Anfang an einen überteuerten Preis akzeptieren, nur um den Zuschlag für die Immobilie zu erhalten.

Immobilienkäufer sollten die gegenwärtigen Mikrozinsen nicht als dauerhaft ansehen. "Mittelfristig werden die Zinsen wieder steigen", prophezeit Härtling. Läuft die Zinsbindung des Baukredits nach zehn Jahren aus und sind die Zinsen in der Zwischenzeit gestiegen, kann die fällige Anschlussfinanzierung Eigentümer in die Klemme bringen. Sorgen Sie deshalb für Kalkulationssicherheit. Schreiben Sie die aktuellen Tiefzinsen langfristig fest. Laut biallo.de sind zwanzigjährige Baukredite bereits unter 1,5 Prozent Zinsen zu haben, zum Beispiel bei der Hypovereinsbank oder Allianz Baufinanzierung.

"Die eigene Immobilie ist schön, für die eigene Altersvorsorge taugt sie jedoch häufig nicht", warnt Härtling. Grund: Hohe Wartungskosten können die Haushaltskasse im Ruhestand sprengen. Die Ausgaben für den Unterhalt der Immobilie liegen oft höher als die Besitzer denken - das gilt auch für Eigentumswohnungen. Mit der Zeit kommen schließlich nicht nur die Besitzer in die Jahre, sondern auch das Haus. Umfangreiche Reparaturen oder aufwändige Sanierungen können die späteren Renteneinkünfte stark belasten. Es lohne sich, so Hartling, notwendige Renovierungen nicht auf die lange Bank zu schieben. Dadurch vermeidet man einen Investitionsstau im Alter.

Wichtig ist, nicht alle Einkünfte in die Finanzierung des Eigenheims zu stecken. Lassen Sie Luft, um plötzliche Reparaturen durchführen zu können oder Rücklagen zu bilden. Wer sämtliches Einkommen in die Tilgung des Eigenheims steckt und im Alter einzig und allein auf die gesetzliche Rente angewiesen ist, der läuft Gefahr, das Eigenheim aus Kostengründen verkaufen zu müssen.

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