Als Selbstständiger reich in Rente: Gesetzliche Ansprüche sichern

Von: Oliver Mest, ddp
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Hamburg. Freiberufler und Selbstständige haben in der Regel mehr Wahlfreiheit bei der privaten Altersvorsorge.

Oft besteht weder eine gesetzliche Rentenversicherungspflicht noch sind berufsständische Versorgungseinrichtungen - wie beispielsweise bei Anwälten, Ärzten oder Steuerberatern - zuständig und auch Versorgungseinrichtungen wie die Künstlersozialkasse treten nicht ein.

In diesem Fall müssen Selbstständige die Vorsorge selbst in die Hand nehmen - ein nicht ganz einfaches Unterfangen, bei dem es einiges zu beachten gibt.

Auf jeden Fall sollten vorhandene gesetzliche Rentenansprüche gesichert werden. Nicht wenige Selbstständige waren vor der Existenzgründung angestellt und haben damit auch Ansprüche in der gesetzlichen Rentenversicherung gesammelt. Damit das eingezahlte Geld nicht verloren geht, müssen sie die Mindestversicherungszeit von 60 Monaten erreichen. Ist das noch nicht der Fall, sollten freiwillig Beiträge nachgezahlt werden. Dafür gibt es das Formular V060 unter www.deutsche-rentenversicherung.de. Sinnvoll ist es, den Mindestbeitrag von rund 80 Euro monatlich zu zahlen.

Ohne die 60-monatige Mindestversicherungszeit verfällt der Anspruch auf die Rente und es gibt dann nur noch die Möglichkeit, sich für die Erstattung eingezahlter Rentenbeiträge zu entscheiden. Das hört sich zwar attraktiv an, doch die eingezahlten Beiträge werden nur mit Abschlägen und ohne Verzinsung ausgezahlt, sodass sich dieser Weg kaum lohnen dürfte.

Ebenfalls ein wichtiger Baustein für Selbstständige ist die staatliche Förderung der privaten Vorsorge. Ohne weitere Absicherung über die gesetzliche Rentenversicherung oder über berufsständische Versorgungseinrichtungen haben Selbstständige die Möglichkeit, bis zu 20.000 Euro jährlich steuerbegünstigt in die private Vorsorge zu stecken. Derzeit werden die Beiträge zwar nur zu 68 Prozent angerechnet, trotzdem können bei einem Spitzenverdiener 6000 Euro jährliche Beiträge rund 1700 Euro Steuervorteil bringen. Und ab 2025 sind die Beiträge vollständig absetzbar.

Nominell sind die Renten dafür bei Rentenbeginn zwar steuerpflichtig, zu 100 Prozent aber erst ab 2040. Derzeit werden gerade einmal 58 Prozent der ausgezahlten Rürup-Rente besteuert. Dabei heißt Steuerpflicht nicht zwingend, dass auch tatsächlich Steuern fällig werden. Wer 2025 in Rente geht, versteuert 85 Prozent der Rürup-Rente. Inklusive aller möglichen Abzüge und des steuerfreien Existenzminimums könnten damit im Jahr 2025 insgesamt weit über 13 000 Euro Rente steuerfrei ausgezahlt werden, wenn nur eine Rürup-Rente als Altersvorsorge dient. Und mit einer solchen Rente ließe es sich schon einmal ganz gut leben.

Neben der sicheren Komponente der Rürup-Rente sollten Selbständige auch die Rendite für das Alter nicht vergessen. Für eine optimale Rendite empfiehlt sich allen Börsen-Turbulenzen zum Trotz das Sparen mit Fonds oder anderen spekulativeren Papieren. Mit regelmäßigen Einzahlungen und einer aktiven Kontrolle sind Renditen von acht Prozent über die Jahre erreichbar.

Wichtig ist dabei aber gerade die Kontrolle. Die Wertpapiere müssen ständig im Auge behalten werden. Am besten sind automatische Verkaufsorders, wenn bestimmte Grenzen unterschritten werden. So begrenzen Sparer Verluste und sichern sich Gewinne. Denn die Limits können bei steigenden Kursen nach oben gezogen werden, sodass einmal erzielte Gewinne nicht wieder verloren gehen können.
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