Abgebrannte Briefkästen, verkohlte Möbel: Wer zahlt bei Böllerschäden?

Von: dapd
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Silvester Müll
Nach der Party wartet die Ernüchterung: Doch wer zahlt bei Böllerschäden? Foto: M. Priemer

Berlin. Silvester entstehen jedes Jahr Schäden in Millionenhöhe. Ein guter Versicherungsschutz kann da manchmal Gold wert sein. Auch bei grober Fahrlässigkeit geht der Versicherte inzwischen nicht mehr leer aus.

Das betont Christian Lübke vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Berlin. Seit der Änderung des Versicherungsvertragsgesetzes 2007 kann die Versicherung selbst bei Mitschuld den auszuzahlenden Betrag lediglich mindern, aber nicht ganz verweigern.

Bei Schäden an Einrichtungsgegenständen in Haus oder Wohnung haftet die Hausratversicherung. Auch Feuer- und Löschwasserschäden sind dabei mitversichert. Richten explodierende Feuerwerkskörper am Gebäude Schaden an, müssen sich Eigentümer an die Wohngebäudeversicherung wenden. Diese zahlt übrigens auch den Schaden an Briefkästen, da die im weitesten Sinne mit zum Gebäude gehören, wie Lübke sagt. Voraussetzung ist, dass der Briefkasten durch Feuer oder Explosion komplett zerstört wurde.

Verursachen Partygäste einen Schaden in der Wohnung des Gastgebers, tritt deren private Haftpflichtversicherung dafür ein. Das gilt auch für Schäden an fremden Fahrzeugen. Die Teilkaskoversicherung zahlt Schäden am Pkw, die durch Explosion oder Feuer verursacht wurden, unabhängig davon, ob das mutwillig oder versehentlich passierte. Zerstören zum Beispiel Unbekannte mutwillig einen Pkw, indem sie Feuer legen oder Böller in eingeschlagene Fenster werfen, ist das so ein Fall. Bei Vandalismusschäden ohne Explosion und Feuer greift hingegen nur die Vollkaskoversicherung.

Verletzt sich eine Person, zahlt die private Unfallversicherung für bleibende Schäden. Die Behandlung der Verletzung selbst deckt die gesetzliche oder private Krankenversicherung ab. Wurde eine Person von einer anderen verletzt und entsteht ihr dadurch auch ein materieller Schaden, zum Beispiel Arbeits- und Einkommensausfall, kommt dafür die Haftpflichtversicherung des Verursachers auf. Das gilt auch bei Forderungen nach Schmerzensgeld.

Auch wenn die Zahl der Feuer- und Böllerschäden in den vergangenen Jahren insgesamt zurückging, stieg deren Höhe im Einzelfall an. Von 2005 bis 2009 ist laut GDV die Anzahl dieser Schäden von 22.000 auf 12.000 gesunken und die Schadenssumme von 40 Millionen auf 31 Millionen Euro zurückgegangen. Der Einzelschaden verteuerte sich aber im selben Zeitraum im Durchschnitt von 1800 Euro auf knapp 2600 Euro. Einer der Gründe ist, dass die Haushalte mit immer wertvolleren Gegenständen, vor allem elektronischen, ausgestattet sind. Der GDV vertritt 480 deutsche Versicherungsunternehmen.
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