25 Euro Extragebühr nach Bargeldzahlung: Kunde klagt

Von: Thomas Brummer
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Weil ein Kunde bei einem Händler für die Reparatur bar zahlte, berechnete ihm der Händler einen stattlichen Aufpreis. Symbolfoto: Jens Wolf/dpa

Aachen. Ein Händler verlangt von einem Kunden 25 Euro Zusatzgebühr, weil dieser bar zahlte. Nach einer Klage beim Landgericht Stuttgart lenkt der Händler ein.

Dass sich einige Sparkassen und VR-Banken kreativ zeigen, wenn es um Bargeld geht, ist seit den Recherchen von biallo.de bekannt. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) berichtet von einem Fall, bei dem ebenfalls die Begriffe "Bargeld" und "Gebühren" eine Rolle spielen.

Diesmal trifft es aber nicht Kunden beim Abheben von Bargeld, sondern beim Ausgeben. Laut dem Bericht musste ein Kunde, der die Reparatur seines Fernsehgeräts begleichen wollte, eine Extragebühr von 25 Euro zahlen. Grund: Der Kunde zahlte bar. Auf der Rechnung war ein entsprechendes Entgelt für eine "abweichende Zahlungsart" vermerkt - ohne dass überhaupt eine andere Zahlungsmöglichkeit angeboten wurde.

Das wollte der Kunde nicht auf sich sitzen lassen und schilderte der Verbraucherzentrale das Vorgehen. Diese mahnte den Händler ab. "Ein solches Vorgehen ist nicht rechtens und verstößt gegen die vorgesehenen gesetzlichen Regelungen.

Denn grundsätzlich dürfen dem Verbraucher für eine Bezahlung keine zusätzlichen Entgelte verlangt werden", sagt Dunja Richter, Juristin bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. "Dem Verbraucher muss ein gängiges und zumutbares Zahlungsmittel kostenfrei zur Verfügung gestellt werden", so Richter weiter. Den Betrag von 25 Euro sieht Richter ohnehin viel zu hoch angesetzt. Derartige Kosten seien bei der Nutzung und Entgegennahme von Bargeld nicht ersichtlich und nachvollziehbar.

Ziehen andere Händler nach?

Im schlechtesten Fall hätte der Kunde bei seiner Hausbank Gebühren für das Abheben bezahlt und beim Händler gleich nochmal. Doch gerade ältere Bürger vermeiden häufig Zahlungen mit Girokarten. Daneben sind Kreditkarten bei Filialbanken häufig mit zusätzlichen Gebühren verbunden. Doch Verbraucher können wohl aufatmen: Als die Verbraucherzentrale Klage vor dem Landgericht Stuttgart erhoben habe, habe das Unternehmen eine strafbewehrte Unterlassungserklärung abgegeben. Künftig darf die Firma keine 25 Euro für Barzahlung mehr verlangen.

Bargeld ist immer noch beliebt

In Deutschland haben die Verbraucher ein besonderes Verhältnis zu Bargeld. Anders als etwa in Skandinavien finden noch mehr als die Hälfte alle Transaktionen mit Cash statt. Nach Zahlen des Einzelhandelbranchenverbands EHI lag der Bargeldanteil 2016 bei 51,3 Prozent. Noch größer ist die Anzahl der Bargeldbefürworter, so eine Studie der ING-Diba. Demnach möchten hierzulande 84 Prozent der Befragten niemals auf Bargeld verzichten. In Italien sind sogar 85 Prozent der Bürger absolute Bargeldverfechter.

Tipp: Ob Bargeld- oder Kartenzahlung, mit der richtigen Kreditkarte ist beides umsonst. So können Sie sich etwa mit Kreditkarten von DKB, ING-Diba oder Consorsbank in der kompletten Eurozone kostenlos mit Bargeld versorgen; bei der Santander Consumer Bank ist dieser Service sogar weltweit kostenlos. In aller Regel nehmen auch Geschäfte die gängigen Systeme Mastercard und Visa an. Wenn Sie mit der Visa-Karte der Consorsbank zahlen, bekommen Sie sogar pro Zahlung zehn Cent gutschrieben. Und das Beste: alle genannten Karten sind gebührenfrei.

 

 

 

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