Für wen lohnt sich eine private Pflegezusatzversicherung?

Von: vo
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Pfelgefall
Jeder Mensch kann zum Pflegefall werden. Die gesetzliche Pflegeversicherung bietet für diesen Fall nur eine Grundversorgung. Foto: Fotolia

München. Wer im Alter zum Pflegefall wird, muss mit hohen Kosten rechnen. Frauen kosten als Pflegefall im Durchschnitt 84.000 Euro, Männer mit 42.000 Euro nur rund die Hälfte (Quelle: Barmer GEK Report 2012). Diese Werte spiegeln nur den Schnitt wieder - in Einzelfällen können die finanziellen Belastungen auch deutlich höher liegen, beispielsweise wenn über einen längeren Zeitraum stationäre Pflege in einem Altenheim erforderlich ist.

Die gesetzlichen Pflegekassen übernehmen von diesen Kosten nur rund die Hälfte - d.h. es drohen hohe Eigenanteile, so Maximilian Waizmann, Geschäftsführer der Versicherungsmakler Experten GmbH und Betreiber des Vergleichsportals www.pflegeversicherung-experten.de. Private Pflegepolicen erfreuen sich daher seit Jahren immer größerer Beli ebtheit.

Pflege-Bahr: 60 Euro im Jahr sind zu wenig Anreiz

Mit der Einführung staatlich geförderten Pflegeversicherungen im Jahr 2013 wollte der Staat ein Zeichen setzen und die private Vorsorge für Pflege attraktiver machen. Das jedoch ist nur zum Teil gelungen.

Sicherlich sieht es auf den ersten Blick attraktiv aus, wenn man im Jahr bis zu 60 Euro Förderung vom Staat für eine private Pflegeversicherung bekommen kann. Leider gibt es die Förderung nur für die speziellen "Pflege-Bahr" Angebote. Diese wiederum haben gegenüber den „regulären" Policen einige Nachteile:

- 5 Jahre Wartezeit

- keine Gesundheitsprüfung, dadurch höhere Beitragskalkulation

- oftmals keine oder unzureichende Dynamisierungsregelungen

- in der Kernzielgruppe (50+) bieten die meisten Versicherer nur bis zu 600 Euro Leistung in Pflegestufe III an

- je nach Angebot i.d.R. sehr geringe Leistungen bei Pflegestufe 0, I und II

Insbesondere der Aspekt der fehlenden Gesundheitsprüfung führt leider dazu, dass staatlich geförderte Tarife teurer kalkuliert werden müssen als Produkte mit Gesundheitsprüfung. Für jemanden, der gesund ist, macht der Abschluss daher nur wenig Sinn - die 5 Euro monatliche Förderung werden von den höheren Beitragskosten weitgehend aufgefressen.

Eltern haften für Ihre Kinder - umgekehrt aber auch

Wer zahlt die Pflegekosten, wenn Mama oder Papa das Pflegeheim nicht mehr selbst bezahlen können. Hier stehen leider die Kinder in der Pflicht, für die Pflegekosten der Eltern aufzukommen.

Das Sozialamt springt zwar zunächst ein, wenn die Eltern die Pflegeheimkosten nicht mehr bezahlen können - allerdings prüft das Sozialamt, ob die Kinder finanziell in der Lage sind, sich an den Kosten zu beteiligen. Verdienen die Kinder mehr als Ihnen die Düsseldorfer Tabelle für den eigenen Unterhalt zuerkennt, müssen sie einen Teil der Kosten mit finanzieren.

Wer nicht möchte, dass seine Kinder möglicherweise über Jahre hinweg finanziell aufgrund der eigenen Pflegebedürftigkeit belastet werden, sollte in Betracht ziehen, mit einer zusätzlichen Pflegeversicherung vorzusorgen.

Welche private Police ist sinnvoll?

Viele Experten raten zur Absicherung des Risikos mit einer Pflegetagegeldversicherung. So auch Pflege-Spezialist Maximilian Waizmann. „Pflegekostentarife sind den meisten Menschen zu unflexibel, da man Leistungen nur für professionelle Pflege, nicht jedoch für Laienpflege beanspruchen kann. Die Pflegerentenversicherung bietet zwar einige Vorteile gegenüber dem Pflegetagegeld, ist auf der anderen Seite allerdings viel teurer aufgrund der zusätzlich enthaltenen Sparanteile in der Police. Daher entscheiden sich die meisten unserer Kunden für eine private Pflegetagegeldversicherung."

Welcher Tarif im einzelnen Sinn macht, hängt einerseits von gewünschten Leistungsmerkmalen ab, wie z.B. Einmalzahlung, Beitragsbefreiung im Leistungsfall und der Leistungshöhe in den einzelnen Leistungsstufen. Andererseits spielt aber natürlich auch die Risikoprüfung eine gewichtige Rolle - die Hauptzielgruppe ist 50 Jahre und älter - naturgemäß sind in dieser Altersklasse die wenigsten noch vollkommen gesund. Viele haben Vorerkrankungen, die dann die Anbieterauswahl einschränken können.

In jedem Fall sollten Sie sich vor Vertragsabschluss individuell von einem Fachmann beraten lassen - am besten von einem unabhängigen Versicherungsmakler, der eine breite Produktpalette anbieten kann. Auch die Verbraucherzentralen bieten Beratung zu Versicherungsthemen an.

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