Pulheim - Zweisamkeit in der Öffentlichkeit darf Mitmenschen nicht stören

Zweisamkeit in der Öffentlichkeit darf Mitmenschen nicht stören

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Pulheim. Wenn das Sommerwetter die Menschen in die Parks strömen lässt, erscheinen sie allgegenwärtig: Frisch verliebte Pärchen, die nicht nur die Sonne, sondern auch die Zweisamkeit genießen, und das manchmal intensiver, als es den anderen Parkbesuchern lieb ist.

Zwar gebe es keine festgeschriebenen Regeln, wie viel Intimität in der Öffentlichkeit angemessen sei, räumt die Pulheimer Etikette-Trainerin Christiane Plöger ein. Generell plädiert sie aber dafür, daran zu denken, ob man mit seinen Zärtlichkeiten die Mitmenschen vor den Kopf stoßen könnte.

Es komme immer darauf an, wo sich das Paar befinde. Im Park etwa seien Umarmungen und Händchenhalten völlig okay, länger dauernde Küsse oder Zungenküsse aber nicht. „Das gehört nach wie vor in die Intimsphäre, auch wenn sich die Schamgrenze in den vergangenen Jahren sehr verschoben hat.”

Jugendliche genössen allerdings eine Art „Unwissenheitsbonus”, so dass die Mitmenschen bei ihnen eher bereit seien, ausgiebige Liebesbekundungen zu tolerieren. Christiane Plöger gibt aber auch in Bezug auf Jugendliche zu bedenken: „Auch sie verhalten sich respektlos und unhöflich, auch wenn ihnen das vielleicht noch nicht bewusst ist.”

„Die Grenze wird dann überschritten, wenn man die Freiheit des anderen einschränkt, indem man ihm etwas zeigt, was er gar nicht sehen will und er womöglich keine Möglichkeit hat wegzusehen”, etwa im Bus, sagt die Benimm-Expertin. Hier sollte man sich besonders zurückhalten.

Im Fall, dass das Pärchen im Bus allein in der letzten Reihe sitzt, will die Etikette-Trainerin aber „nicht päpstlicher sein als der Papst”: „Ich persönlich finde es nicht schlimm, wenn einen mal die Gefühle überkommen. Aber man sollte doch versuchen, sich die Intimität für zu Hause aufzuheben.”
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