Zahl der Gewalttaten von alkoholisierten Jugendlichen steigt

Von: ddp
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Mainz. Die Zahl der Gewalttaten von Jugendlichen unter Alkoholeinfluss hat im vergangenen Jahrzehnt bundesweit stark zugenommen. Das berichtet das ARD-Politikmagazin „Report Mainz” und beruft sich auf eine Umfrage bei 11 von 16 Landeskriminalämtern.

So sei der Anteil von alkoholisierten Jugendlichen an Tatverdächtigen dieser Altersgruppe bei Körperverletzungsdelikten und Gewalttaten in Rheinland-Pfalz von 10,6 Prozent im Jahre 2000 auf 23 Prozent 2008 gestiegen, in Bayern von 10,8 Prozent (1996) auf 28,2 Prozent (2008), in Brandenburg von 9,6 Prozent (2000) auf 20,1 Prozent (2008), in Niedersachsen von 16,7 Prozent (2000) auf 21 Prozent (2008).

Bislang würden diese Daten noch nicht deutschlandweit systematisch ausgewertet, ergaben Recherchen für die Sendung, die am Montagabend (22 Uhr) im Ersten ausgestrahlt werden sollte.

Kriminologe Christian Pfeiffer sagte dem Magazin, aus den polizeilichen Statistiken, aber auch aus „Dunkelfelduntersuchungen und aus internationalen Vergleichen können wir ablesen, wir haben in Deutschland ein massives Alkoholproblem bei jungen Menschen, das tendenziell größer geworden ist”.

Er forderte ein einheitliches Alkoholverbot für alle Jugendlichen unter 18 Jahren. Brutale Gewalttaten von Jugendlichen könnten durch ein höheres Alterslimit für die Abgabe von Alkohol vermieden werden.

Der Kriminologe stützt sich dem Politmagazin zufolge auf eine neue Studie seines Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN). Darin werde nach einer bundesweiten Befragung von 45.000 Jugendlichen der neunten Jahrgangsstufe ein direkter Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und Gewalttaten nachgewiesen. Besonders brutale und enthemmte Gewalt von Jugendlichen, wie im Fall des zu Tode geprügelten Dominik Brunner an einer Münchner U-Bahnhaltestelle, werde durch Alkoholkonsum befördert. Bisher dürfen Jugendliche in Deutschland ab 16 Jahren Bier und Wein kaufen.

Die Gesundheitsbehörde der Europäischen Union weist laut Magazin darauf hin, dass immer mehr europäische Staaten ein einheitliches Alterslimit von mindestens 18 Jahren für Alkohol einführen.
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