Bonstetten - Wie Kinder einen Weg aus der Opferrolle finden

Wie Kinder einen Weg aus der Opferrolle finden

Von: dapd
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mobbing
Viele Kinder gehen mit Bauchschmerzen in die Schule, weil sie von Mitschülern verbal angegriffen und gehänselt werden.

Bonstetten. Viele Kinder gehen mit Bauchschmerzen in die Schule, weil sie von Mitschülern verbal angegriffen und gehänselt werden.

„Oft entsteht in solchen Situationen eine Abwärtsspirale: Wer zum Opfer wird, zieht sich gekränkt zurück - und wird dadurch zur noch leichteren Beute”, sagt Matthias Pöhm, Autor des Ratgebers „Schlagfertig auf dem Schulhof”.

Der Rhetoriktrainer aus dem schweizerischen Bonstetten hat daher eine Strategie entwickelt, mit der Kinder aus der Opferrolle herauskommen können. Das Prinzip: Auf blöde Sprüche gelassene, lustige Antworten geben. „Dadurch zeigt man dem Angreifer, dass er einen mit seinen Worten nicht verletzen kann”, sagt Pöhm. Zudem ernte man durch eine pfiffige Reaktion bei anderen Kindern Sympathiepunkte und finde so möglicherweise Verbündete.

Antworten auswendig lernen

Wichtig sei, dass Kinder ein paar solcher Antworten auswendig lernen - denn es falle ihnen meistens schwer, sich spontan einen lockeren Spruch zu überlegen. Meistens sei es so, dass immer dieselben vermeintlichen Schwächen eines Kindes angegriffen werden - ob Brille, Zahnspange oder Übergewicht. „Man kann sich also ein paar Sätze zurechtlegen, die zu diesen Themen passen”, sagt Matthias Pöhm. Eine gute Methode, um auf blöde Sprüche zu reagieren, sei beispielsweise das unerwartete Zustimmen. Rufe jemand beispielsweise „Du bist aber fett!”, könne man antworten: „Wow, du bist der Erste, der das korrekt festgestellt hat.” „So lässt man den Angreifer ins Leere laufen”, erklärt Pöhm. Anschließend könne man den anderen durch eine Ablenkungsfrage noch vollends aus dem Konzept bringen, beispielsweise: „Was haben wir heute in Mathe auf?”

Eine gute Standardantwort, die auf die meisten fiesen Kommentare passt, sei auch: „Kennst du meinen Großvater?” „Wenn der andere dann irritiert Warum? fragt, entgegnet man: Na, weil du dieselben ausgelatschten Sprüche benutzt wie er”, sagt Pöhm.
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