Wie kann der Altersarmut vorgebeugt werden?

Von: vo
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Wer soll bei den zahlreichen Möglichkeiten der privaten Altersvorsorge noch den Überblick behalten? Foto: Robert Kneschke - Fotolia.com
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Frühzeitig ans Alter denken. Foto: Coloures-pic - Fotolia.com

Mannheim. Die Angst vor Altersarmut greift derzeit um sich und in Zukunft wird sich die Lage wahrscheinlich noch verschärfen. Immer weniger Berufstätige müssen für immer mehr Rentner aufkommen, was den Generationenvertrag auf Dauer zwangsläufig aus den Angeln hebt.

 Wer im Alter keine großen Einbußen in Bezug auf den Lebensstandard hinnehmen will, muss frühzeitig privat vorsorgen.

Warum reicht die gesetzliche Rentenversicherung nicht mehr aus, um die Altersarmut abzuwenden?

Das gesetzliche Rentensystem baut in Deutschland auf dem sogenannten Generationenvertrag auf. Das bedeutet, dass die berufstätigen Personen die Rentenbeiträge der älteren Bevölkerung finanzieren. Dieses System funktioniert allerdings nur dann reibungslos, wenn es mehr Berufstätige gibt, die einzahlen, als Rentner, die Zahlungen benötigen. Genau da liegt aktuell das Problem.

Durch den demografischen Wandel wird dieses System immer mehr aus dem Gleichgewicht gebracht. Es werden weniger Kinder geboren und gleichzeitig werden die Menschen immer älter. Es gehen also mehr Personen in Rente und die Dauer der Rentenbezüge verlängert sich.

Die sogenannte Babyboomer-Generation wird spätestens bis zum Jahr 2031 zur Rentenschwemme werden. Gemeint sind damit alle Menschen, die im Jahr 1964, dem geburtenstärksten Jahr in Deutschland, das Licht der Welt erblickten. Laut dem Blog zum Thema Altersarmut von easyCredit prognostizieren Experten, dass ab 2035 statistisch auf jeden Rentner nur noch ein Arbeitnehmer kommt. Aktuell wird ein Rentner noch von zwei Beschäftigten getragen. Außerdem ist das Rentenniveau in Deutschland, im internationalen Vergleich, sowieso schon relativ niedrig.

Dies sind die Gründe, warum es der gesetzlichen Rentenversicherung langfristig nicht möglich sein wird, den Generationenvertrag so zu erfüllen, wie er eigentlich gedacht war. Vor allem die jüngeren Generationen werden sich später sehr wahrscheinlich mit der Problematik der Altersarmut konfrontiert sehen.

Ist Altersarmut vor allem ein Problem der Frauen?

Die gesetzlichen Renten für Frauen sind durchschnittlich nur halb so hoch, wie die der Männer. Zwar nähern sich die Werte immer mehr an, die weibliche Rentenlücke darf dennoch nicht vernachlässigt werden. Der Grund dafür ist, dass Frauen im Schnitt noch immer ein um 20 Prozent geringeres Gehalt haben als Männer und dementsprechend auch weniger in die Rentenkasse einzahlen. Auch von längeren Unterbrechungen der Erwerbstätigkeit, durch Kindererziehung und/oder Pflege von Angehörigen, sind weiterhin vor allem Frauen betroffen.

Besonders die Phase der Lebensmitte, also die Zeit zwischen 30 und 59 ist für die Altersvorsorge entscheidend. Doch zwei Drittel der deutschen Frauen sind in dieser Zeit entweder in Teilzeit oder überhaupt nicht beschäftigt. Hausfrauen, welche sich jahrelang um die Familie und den Haushalt kümmern, erwirtschaften daraus jedoch nur einen sehr geringen bis gar keinen Rentenanspruch.

Welche Möglichkeiten der privaten Altersvorsorge gibt es?

Die private Altersvorsorge hat den großen Vorteil, dass sich die Beiträge, je nach gewählter Art der Vorsorge, teils recht flexibel gestalten lassen. Gleiches gilt für die Auszahlung des angesparten Betrags. Bestimmte Formen der privaten Altersvorsorge werden zudem staatlich gefördert. Einige der beliebtesten Optionen der privaten Altersvorsorge sollen nun behandelt werden.

Riester- und Rürup-Rente

Mithilfe der Riester-Rente privat für das Alter vorsorgen, können alle rentenversicherungspflichtigen Angestellten und Beamten. Der Vorteil der Riester-Rente ist ganz klar, dass diese staatlich gefördert wird. Zudem kann sich der Kunde zwischen Rentenversicherungen, Bank- und Fondssparplänen entscheiden. Weiterführende Informationen zu den einzelnen Riester-Produkten finden sich auf der Seite der Stiftung-Warentest.

Die Rürup-Rente hingegen ist für Selbstständige gedacht, da diese nicht in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Doch auch Angestellten und Beamten ist es möglich, die Rürup-Rente abzuschließen. Im Gegensatz zur Riester-Rente wird die Rürup-Rente jedoch nur im Hinblick auf steuerliche Vorteile gefördert, Zulagen vom Staat gibt es keine. Die geförderten Beiträge sind jedoch höher als diejenigen der Riester-Rente.

Ein weiterer Unterschied zur Riester-Rente ist, dass sich die Sparer zum Rentenbeginn keinen Teil des angesparten Geldes auf einen Schlag auszahlen lassen können. Der Betrag wird in Form einer lebenslangen Rente, welche frühestens mit dem 60ten Lebensjahr beginnt, ausgezahlt.

Immobilien

Der Kauf eines Eigenheims oder einer Immobilie, welche später vermietet wird, ist nach wie vor eine beliebte Form der Altersvorsorge. Wer die erworbene Immobilie selbst bewohnt und bis zum Rentenalter abbezahlt hat, kann sich sicher sein, das keine Kosten für Miete von der monatlichen Rente abgehen. Wer vermietet, kann seine Rente im Alter mithilfe der Mieteinnahmen aufbessern.

Zu berücksichtigen ist in beiden Fällen, dass natürlich dennoch Kosten entstehen, sei es durch Nebenkosten oder auch Reparaturen am Haus. Dennoch ist eine Immobilie eine relativ sichere Form der Altersvorsorge. Ein Verlustrisiko besteht meist nur, wenn die Immobilie frühzeitig wieder verkauft wird oder wenn sie ohne Eigenkapital finanziert wird, beziehungsweise, wenn der Eigentümer seine finanzielle Belastbarkeit falsch einschätzt.

Vermietete Immobilien sind vor allem für aktive Anleger, welche über sichere wirtschaftliche Verhältnisse verfügen, interessant. Denn Kredit- und Bewirtschaftungskosten müssen, auch bei längeren Mietausfällen, stets zu tragen sein. Als Altersvorsorge sind Immobilien zwar geeignet, jedoch eher in ergänzender Funktion.

Betriebliche Altersvorsorge

Es gibt verschiedene Wege, über welche die Betriebsrente abgeschlossen werden kann:

- Pensionsfonds

- Pensionskasse

- Direktzusage

- Unterstützungskasse

- Direktversicherung

Dabei entscheidet nicht der einzelne Arbeitnehmer, sondern das Unternehmen, welche Option gewählt wird. Die Renditen der betrieblichen Altersvorsorge sind dabei ähnlich hoch, wie die der Riester-Rente. Die betriebliche Rente ist allerdings voll steuerpflichtig, was als deutlicher Nachteil angesehen werden kann.

Auch Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge werden auf Betriebsrenten fällig. Die Ausnahme bilden nur Rentner, welche privat krankenversichert sind. Weiterhin kann die berufliche Planung der Betriebsrente im Weg stehen, etwa, wenn der Angestellte den Arbeitsplatz wechseln oder sich selbstständig machen möchte.

Versicherungen

Viele Deutsche entscheiden sich dafür, ihre Altersvorsorge durch Versicherungen zu stützen. So zum Beispiel durch Kapitallebensversicherungen, private Rentenversicherungen oder fondsgebundene Rentenversicherungen. Kapitallebensversicherungen sind vor allem für Gutverdiener, welche ihren Sparfreibetrag ausgeschöpft haben, eine sinnvolle Idee, um Steuern einzusparen.

In erster Linie dient die Kapitallebensversicherung jedoch der Versorgung der Angehörigen im Falle des Todes des Versicherten. Eine Altersvorsorge für den Versicherten selbst ist sie also nicht. Private Rentenversicherungen sind sehr niedrig besteuert, was ein klarer Vorteil ist. Je älter der Versicherungsnehmer wird, desto höher ist die Rendite. Im Durchschnitt fällt diese jedoch eher niedrig aus.

Die fondsgebundene Rentenversicherung ist eine Alternative zur herkömmlichen Rentenversicherung. Wer das Geld vor allem in Aktienfonds investiert, kann damit deutlich höhere Erträge erwirtschaften, als bei einer herkömmlichen Versicherung. Entsprechend hoch ist jedoch auch das Risiko, deutliche Verluste zu machen.

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