Wenn sich Kinder in der Krippe zurückziehen

Von: dpa
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Kinderkrippe
Zieht sich ein Kind in der Krippe zurück, ist das kein Zeichen von Langeweile. Foto: ddp

Fürth. Zieht sich ein Kind in der Krippe zurück, ist das kein Zeichen von Langeweile. „Das Verhalten bedeutet eher, dass es sich entweder bei den Bezugspersonen oder in der Krippenumgebung nicht sicher genug fühlt oder mehr Zuwendung und Unterstützung braucht”, erklärt Hermann Scheuerer-Englisch von der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke) in Fürth.

Gleiches gilt, wenn das Kind keinen Kontakt sucht, sich nicht auf Spielangebote einlässt, nörgelig ist oder nicht in der Krippe bleiben will.

„Kinder im Krippenalter kennen eigentlich keine Langeweile”, erläutert der Diplom-Psychologe. Sie hätten aber noch keine klare Zeitvorstellung und erlebten Stimmungen und Gefühle direkt. Eine aufregende Krippenumgebung könne ihren Entdeckungsdrang hemmen.

Diese Kinder bräuchten von den Bezugspersonen ausreichende Ansprache, Zuwendung, Halt, Schutz und Trost sowie eine feinfühlige Versorgung. Wenn sie sich dann sicher fühlen, richte sich ihr Interesse schnell auf die Umwelt: Sie wollen Neues entdecken, überall mitmachen, mitgehen und ausprobieren. Auch dann benötigten sie Bezugspersonen, die ihnen ermöglichen, eigene Erfahrungen zu machen.

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