Welche Policen die Familie braucht

Von: Olvier Mest, dapd
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Berlin. Viele Familien in Deutschland schützen sich nicht ausreichend durch Versicherungen. Zu oft werden schon in jungen Jahren Kapitalpolicen zur Altersvorsorge abgeschlossen, zugleich wird die Risikovorsorge aber oft sträflich vernachlässigt. So denken etwa viele neben dem wichtigen Krankenschutz nicht an den Fall, dass der Hauptverdiener arbeitsunfähig wird oder - noch schlimmer - stirbt.

Eine der wichtigsten Schutzmaßnahmen ist deshalb die Risikolebensversicherung. Das Prinzip ist einfach: Der Versicherer zahlt an die Berechtigten - meist der Partner oder die Kinder - eine festgeschriebene Summe, wenn der Versicherte während des Versicherungszeitraums stirbt.

Deshalb sollte die Höhe der Police nicht zu knapp bemessen sein, weil das Geld die Familie im Todesfall zumindest für einen begrenzten Zeitraum ernähren soll. Der Versicherungsschutz sollte mindestens drei- bis fünfmal so hoch sein wie das Jahreseinkommen des Verdieners. Versichert werden sollte übrigens nicht nur der Hauptverdiener, sondern auch der Partner, der zu Hause die Kinder betreut. Denn stirbt der Partner, entstehen zusätzliche Kosten, etwa für die Kinderbetreuung.

Günstige Angebote für eine Risikolebensversicherung bieten vor allem viele Direktversicherer wie Cosmos Direkt, Europa oder Hannoversche Leben. Aber auch klassische Marken wie Allianz oder HUK Coburg haben günstige Angebote, wenn eine individuelle Beratung gewünscht wird.

Auch der Schutz gegen Berufsunfähigkeit ist ein Muss - vor allem weil die staatlichen Leistungen insbesondere in jungen Jahren mager sind. Interessant sind für Familien mit Kindern hier vor allem Berufsunfähigkeitsversicherungen mit speziell auf sie zugeschnittenen Tarifen.

So bieten etwa Dialog Versicherung, Generali, Hanse-Merkur oder Volkswohlbund jungen Familien Einsteigertarife, die in den ersten fünf bis zehn Jahren die Beiträge um bis zu 50 Prozent reduzieren. Auch wenn dafür später die Prämie höher ist als bei klassischen Berufsunfähigkeitsversicherungen, kommen Junge auf diesem Weg zunächst günstiger an einen ausreichenden Schutz.

Einen anderen Weg geht die Gothaer Versicherung: Sie gewährt Familien über einen Familienbonus einen Rabatt auf den klassischen Berufsunfähigkeitstarif. So können die Policen für Familien um bis zu 15 Prozent günstiger werden.

Auch eine private Haftpflichtversicherung sollte in keinem Haushalt fehlen. Eltern und auch Kinder ab einem bestimmten Alter haften grundsätzlich ohne Limit, wenn sie einen Schaden verursachen. Die Haftpflichtversicherung deckt hier fast alle Fälle des täglichen Lebens ab. Und die Police schützt nicht nur den Versicherungsnehmer selbst: Auch Ehepartner, Lebensgefährte und die Kinder sind in der Regel mitversichert.

Zudem haben viele Gesellschaften ihr Angebot erweitert und bieten zusammen mit der Haftpflicht auch eine Forderungsausfallversicherung an. Diese bietet Schutz, wenn der Versicherte selbst zu Schaden kommt, der Verursacher aber keine Versicherung und kein Geld hat.

Für die Haftpflicht gibt es eine Vielzahl günstiger Versicherer, die Familientarife für deutlich unter 60 Euro im Jahr anbieten. Dazu gehören die Europa Versicherung, Cosmos direkt, die HUK 24 oder auch die Ammerländer-Versicherung.

Neben diesen Muss-Policen gibt es noch eine Reihe von Kann-Versicherungen wie die private Krankenzusatzversicherung. Sie stellt einen umfangreicheren medizinischen Schutz sicher, als es die gesetzliche Versicherung tut. Ebenfalls wichtig ist die Auslandsreise-Krankenversicherung. Die Kosten für einen Jahresvertrag beginnen hier bei rund sechs Euro pro Person.

Absichern sollten Familien auch das Risiko, dass dem eigenen Nachwuchs etwas passiert. Die Unfallversicherung ist dabei aber meist nicht die beste Wahl: Eine Kinderinvaliditätsversicherung schafft einen besseren Schutz, weil sie nicht nur zahlt, wenn die finanziellen Folgen eines Unfalls gemildert werden sollen, sondern auch, wenn das Kind durch eine Krankheit arbeitsunfähig wird oder ein Leben lang auf Hilfe angewiesen ist. Wenn der Ernstfall eintritt, sollte die Invaliditätsversicherung eine einmalige Entschädigung und eine lebenslange Rente zahlen.

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