Wahl des Schulprofils: Sicherheit gibt es nicht

Von: dpa
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Köln. Humanistisch, kaufmännisch oder naturwissenschaftlich - bei der Wahl des Gymnasiums gibt es kein Patentrezept. Denn was zum eigenen Kind passt, lässt sich nach der vierten Klasse nur schwer einschätzen.

„Sprechen Sie mit dem Klassenlehrer, manchmal sieht der eine Tendenz”, riet Ursula Walther vom Vorstand des Bundeselternrates auf der Bildungsmesse Didacta in Köln. Trotzdem könne es passieren, dass die Einschätzung falsch ist und das Kind in der Pubertät ganz andere Interessen entwickelt. „Das lässt sich nicht mit Sicherheit verhindern.”

Bei der Wahl der weiterführenden Schule hätten Eltern drei Möglichkeiten. Die erste: Sie schicken das Kind auf die nächstgelegene Schule, die auch Freunde besuchen. „Damit liegt man nie ganz falsch”, sagte Walther im Gespräch mit dem dpa-Themendienst. Der Vorteil: Das Kind kennt schon einige seiner Mitschüler. Und wenn es sich nach dem Unterricht mit ihnen treffen will, muss es nicht weit fahren. Genau das sei ein Problem bei Schulen mit speziellen Profilen - etwa musischen Gymnasien. „Die Kinder kommen oft aus einem großen Einzugsbereich.” Treffen von Klassenkameraden nach der Schule sind dann mit weiten Wegen verbunden.

Die zweite Möglichkeit ist, die zur Auswahl stehenden Schulen zu besuchen und dort Eltern anzusprechen. „Die kann man fragen, wie es dort so ist”, erläuterte Walther. So bekommen Eltern ein Gefühl dafür, ob sich das Kind an dieser Schule wohlfühlen kann. Immer mehr Schulen böten zu diesem Zweck Kennenlern-Tage an. Dort präsentieren sie ihr Angebot. „Ich würde Kinder unbedingt dazu mitnehmen.” Denn sie beachten oft ganz andere Kriterien als Eltern. „Vielleicht finden die es toll, dass dort eine coole Band spielt und wollen das auch machen.”

Eltern müssten dabei keine Angst haben, ihr Kind mit vielen Schulbesuchen zu überfordern. „Die Kinder sind doch neugierig”, sagte Walther. Allerdings könne es passieren, dass der Nachwuchs irgendwann Probleme bekommt, die einzelnen Schulen auseinanderzuhalten. Um das zu vermeiden, helfen Fotos: „Das Kind soll die Kamera mitnehmen und alles fotografieren, was es toll findet.” Auch eine Liste mit den positiven Aspekten könne die Orientierung erleichtern.

Letztlich fällen laut Walther zwar meistens die Eltern die Entscheidung für eine Schule. Sie sollten ihren Nachwuchs vorher aber unbedingt fragen. „Ich würde ein Kind niemals zwangsweise irgendwohin schicken.”

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