Bamberg - Vorerbe darf Erbe nicht zu billig verkaufen

Vorerbe darf Erbe nicht zu billig verkaufen

Von: dpa
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Bamberg. Erblasser können ihr Erbe zwischen Vor- und Nacherben aufteilen. Das heißt: Stirbt der Erblasser, kann erst der Vorerbe bis zu einem festgelegten Zeitpunkt, etwa einer Heirat, über das Erbe verfügen.

Danach fällt es an den Nacherben. Bei solchen Regelungen müssen Vorerben aber aufpassen: Verkaufen sie das Erbe zu billig, ist dieses Geschäft unter Umständen ungültig. Der Nacherbe kann dann bei Antritt seiner Erbfolge das Erbe vom Käufer zurückverlangen, entschied das Oberlandesgericht Bamberg, wie die Arbeitsgemeinschaft Erbrecht des Deutschen Anwaltvereins mitteilt (Az.: 6 U 38/08).

Im verhandelten Fall hatte eine Frau zwei Personen als Vorerben und die spätere Klägerin als Nacherbin eingesetzt. Nach dem Tod der Erblasserin tauschte einer der beiden Vorerben Grundstücke aus dem Erbe gegen ein anderes Grundstück plus die Summe von 185 000 Euro. Der Nacherbin schien das ein schlechter Tausch: Der Vorerbe habe die Grundstücke zu billig abgegeben, der Tauschvertrag sei daher ungültig. Sie forderte die Rückübertragung der Grundstücke.

Die Richter gaben ihr Recht. Eine vom Vorerben vorgenommene Verfügung über das Erbe, die unentgeltlich erfolge, sei dann ungültig, wenn sie den Nacherben erheblich benachteilige. Eine solche „unentgeltliche Verfügung” liege bereits dann vor, wenn der Vorerbe Teile aus dem Erbe ohne gleichwertige Gegenleistung weggebe. Als Vorerbe sei er zu einer ordnungsgemäßen Verwaltung des Nachlasses verpflichtet gewesen.

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