Vom Stress der Kollegen nicht anstecken lassen

Von: dapd
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Stress
Um sich der negativen Energie im Büro etwas zu entziehen, ist es hilfreich, eine kleine Pause einzulegen. Foto: dpa

Frankfurt/Main. Stress wirkt ansteckend. Der Dauerstress eines Kollegen beeinträchtigt daher oft auch das Wohlbefinden derer, die das Büro mit ihm teilen, weiß Hermann Refisch. „Man kann sich diesem Gefühl nicht entziehen. Der Körper reagiert, man fängt selbst an, sich gehetzt zu fühlen”, beschreibt der Frankfurter Managementcoach die Folgen der Stressinfektion.



Er empfiehlt Betroffenen, sich erst einmal darüber klar zu werden, was da gerade passiert: Habe ich tatsächlich Stress oder übernehme ich ihn nur von meinem Kollegen?

Wichtig sei auch, sich Gedanken darüber zu machen, ob diese Person tatsächlich in Arbeit versinkt oder ob sie mit ihrem Verhalten eher die Aufmerksamkeit ihres Umfelds erregen möchte. Habe der andere gerade tatsächlich viel um die Ohren, könne man versuchen, ihn etwas zu entlasten.

„Vielleicht hilft es, wenn man mal eine Stunde lang für den Kollegen ans Telefon geht”, schlägt Refisch vor. Allerdings sollte man unbedingt darauf achten, dass die eigene Hilfsbereitschaft nicht ausgenutzt wird und man plötzlich selbst einen Berg Arbeit auf dem Tisch liegen hat.

„Vielen gestressten Menschen tut es auch gut, wenn man ihnen mal ein - ehrlich gemeintes - Kompliment macht. Sie fühlen sich dann bestärkt und nicht mehr ganz so hilflos”, sagt der Diplom-Psychologe.

Für die eigene Entspannung sorgen

Wer einen Dauerstresser zum Kollegen hat, sollte allerdings auch lernen, für die eigene Entspannung zu sorgen. „Eine besonders schnelle und effektive Beruhigungs-Methode ist, sich ganz bewusst auf den eigenen Atem zu konzentrieren”, sagt Hermann Refisch.

Um sich der negativen Energie im Büro etwas zu entziehen, sei es außerdem hilfreich, eine kleine Pause einzulegen. „In dieser Zeit sollte man rausgehen, etwa in den Park, und seine Gedanken etwas sortieren.” Man könne auch versuchen, den Betroffenen auf sein Stress auslösendes Verhalten anzusprechen. „Wichtig ist dabei, dass man dem anderen keinen Vorwurf macht, sondern die eigenen Beobachtungen schildert”, sagt der Experte.
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