Verpassten Chancen im Alter nicht nachtrauern

Von: dapd
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Senioren / Lebensplanung
Anstatt verpassten Chancen nachzutrauern sollten Senioren ihre Energie lieber darauf verwenden, ihr heutiges Leben so gut wie möglich zu gestalten. Foto: dpa

Nürnberg. Die meisten Menschen haben Lebensträume. Manche möchten um die Welt reisen, andere wünschen sich eine große Familie oder eine steile Karriere. Erst im Alter merken viele, dass manche dieser Wünsche für sie nicht mehr erfüllbar sind.

„Eigentlich werden solche Lebensträume schon viel früher ad acta gelegt - viele machen sich das zu dem Zeitpunkt nur nicht bewusst”, sagt Corinne Reichhart von der Psychosomatischen Tagesklinik für Ältere in Nürnberg. Irgendwann hat man sich entschieden, eine feste Stelle seinem Traumberuf vorzuziehen, oder man hat die Familienplanung so lange vor sich her geschoben, bis es zu spät dafür war. „Doch erst im Alter, wenn man stärker mit der Endlichkeit des Lebens konfrontiert ist, wird vielen Menschen klar, dass sie manches einfach versäumt haben”, weiß die Diplom-Psychologin.

Vielen Senioren helfe es in dieser Situation, sich bewusst zu machen, dass sie das Beste aus den ihnen gegebenen Möglichkeiten gemacht haben. „Gut ist es auch, den verpassten Chancen die Dinge gegenüberzustellen, auf die man in seinem Leben stolz ist”, sagt Reichhart. So hat man vielleicht zwar keine Kinder bekommen, aber dafür beruflich einiges erreicht.

Die Diplom-Psychologin gibt außerdem zu bedenken, dass manche Wendung im Leben zwar einen Traum zerplatzen ließ, aber dafür vielleicht andere Möglichkeiten eröffnet hat - „Auch diese Vorteile sollte man sich bewusst machen.”

Doch nicht jede Chance ist komplett vertan. „Manchen Senioren tut es gut, ihre Lebensträume im Alter sozusagen in abgespeckter Form umzusetzen”, sagt Corinne Reichhart. So könne man zum Beispiel einer Theatergruppe beitreten oder sich im Ruhestand endlich die Zeit nehmen, zu malen oder ein Buch zu schreiben.

„Kinderlose hingegen könnten sich beispielsweise um die Nachbarskinder kümmern oder als Leih-Großeltern tätig werden”, schlägt Reichhart vor. Die Diplom-Psychologin empfiehlt Senioren, ihren Lebensweg so zu akzeptieren, wie er nun mal verlaufen ist. „Man sollte sich die Zeit im Alter nicht damit erschweren, über Dinge nachzugrübeln, die man nicht mehr ändern kann”, betont die Expertin.

Stattdessen solle man seine Energie lieber darauf verwenden, sein heutiges Leben so gut wie möglich zu gestalten und seine aktuellen Lebensträume zu verwirklichen.
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