Verdacht auf Meningokokken-Erkrankung: Kind muss sofort zum Arzt

Von: dpa
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Köln. Eine Meningokokken-Infektion ist zwar äußerst selten, erfordert aber rasches Handeln. Denn die durch die Bakterien ausgelösten Erkrankungen verlaufen schnell schwer und können tödlich enden, warnt der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) in Köln.

Möglich sind eine Hirnhautentzündung durch Meningokokken, eine sogenannte Meningokokken-Meningitis, oder eine Überschwemmung des Körpers mit diesen Bakterien, also eine Meningokokken-Blutvergiftung. Entscheidend ist, Erkrankte möglichst frühzeitig mit Antibiotika zu behandeln. Bei einem Verdacht sollten Eltern ihr Kind sofort zum Arzt bringen.

Auf eine Meningitis weisen Licht-, Lärm- oder Berührungsempfindlichkeit sowie Erbrechen, Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen, hohes Fieber, Benommenheit und Nackensteifigkeit hin. „Beugt das Kind den Nacken nach vorne, verschlimmern sich die Schmerzen”, erläutert BVKJ-Sprecher Ulrich Fegeler.

„Ein typisches Kennzeichen sind auch rot-violette Hautflecken, die nicht verschwinden, wenn man mit einem Glas darauf drückt, oder Schmerzen in den Beinen, die das Stehen oder Gehen erschweren.” Die Symptome müssen aber nicht alle zusammen auftreten. Kinder unter fünf Jahren und Teenager sind neben älteren Menschen am häufigsten davon betroffen. Die Infektionen häufen sich in der Regel im Frühjahr.

Je kleiner die Kinder, desto weniger eindeutig sind die Krankheitszeichen. Bei Säuglingen und Kleinkindern können auch Bauchschmerzen, Nahrungsverweigerung oder Durchfälle überwiegen. Daneben kann es zu Unruhe, schlechter Weckbarkeit, schrillem Geschrei sowie blasser oder fleckiger Haut kommen. Kalte Hände und Füße trotz heißem Körper sowie bläuliche Färbung rund um den Mund gehören auch zu den Warnzeichen.

Bei den Meningokokken gibt es mehrere Untergruppen, von denen laut Fegeler in Deutschland fast ausschließlich die Gruppen C und B vorkommen. „Überwiegend treten Erkrankungen auf, die durch die B-Meningokokken hervorgerufen werden.” Bei Meningokokken-Fällen der Untergruppe C sei der Anteil der Sterblichkeit und schweren Folgeschäden besonders hoch.

„Nur gegen diese Serogruppe ist eine Impfung möglich, die seit Juli 2006 auch von der Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut für alle Kinder im zweiten Lebensjahr empfohlen wird”, sagt der Kinderarzt. Bei älteren Kindern und Jugendlichen rät er dazu, den Impfschutz nachzuholen.

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