Unter allen Umständen gut gekleidet: Mode für Schwangere

Von: dpa
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Mode für Schwangere
Overall, Schlabberpullover, weite T-Shirts, und ein langweiliges Männerhemd in XL: So muss eine schwangere Frau sich nicht kleiden. Foto: dpa

München. Overall, Schlabberpullover, weite T-Shirts, und ein langweiliges Männerhemd in XL: So muss eine schwangere Frau sich nicht kleiden.

Denn mittlerweile sieht die Umstandskleidung nicht anders als aus als die herkömmliche Oberbekleidung für Frauen: Normal und den aktuellen Modetrends entsprechend - und das im regulären, preiswerten Handel.

„Die Mode für Schwangere orientiert sich an den aktuellen Trends der Catwalks”, sagt Petra Bedford, Geschäftsführerin des Onlineshops Mamarella für Umstandsmode in München. Deshalb könne eine Schwangere ihrem Modestil treu bleiben. „Wer vorher gern Röhrenjeans oder enge Minikleider getragen hat, kann das auch weiterhin tun”, sagt Bedford.

Gerade die modischen Woll- und Wickelkleider sowie Tuniken ließen sich gut mit bequemen Leggins, Stulpen und Stiefeln tragen. Über enge Hosen passe auch gut ein langer Cardigan, sagt Rosanna Zanotti, Stilberaterin und Personal Shopperin aus Braunschweig. Eine Alternative ist ein taillierter Longblazer zu engeren Jeans und Boots oder Bikerstiefeln. Das wirke eher rockig als mütterlich-altbacken. Oder wie etwa Esprit zeigt, eine locker sitzende Stoffhose zum weißen Hemd, Weste und lässigem Hut.

„Auf keinen Fall sollten Schwangere sich verhüllen”, sagt Zanotti weiter. Sie findet: „Werdende Mütter dürfen sich ruhig sexy kleiden.” Wer sich für ein weites Oberteil entscheidet, sollte daher auf jeden Fall eine enge Hose dazu tragen. Dank elastischer Hosenbunde finde man auch für den wachsenden Bauch am Bein eng geschnittene Hosenmodelle.

Aber vielen geht es nicht nur darum, sich in der Schwangerschaft nicht anders kleiden zu wollen als sonst auch. Sondern sie wollen bewusst und stolz ihren Bauch präsentieren, sagt Petra Bedford. Daher rät die Modeexpertin: „Selbst wer eine größere Konfektionsgröße tragen muss, sollte zu engen Oberteilen greifen.” Sollten die Hüften breiter oder unförmig sein, sollte eine Strickjacke das kaschieren.

Ein optischer Reiz einer Schwangerschaft ist das Dekolleté. „Das ist schließlich bei Schwangeren meist besonders schön”, sagt Zanotti. Weite Ausschnitte, vor allem in V-Form, unterstützten die Wirkung. Petra Bedford rät Schwangeren, sich im Empire-Stil zu kleiden. Hier liegt das Oberteil oben eng an. Unter der Brust verläuft eine Naht, und erst darunter fällt der Stoff weit ab - und bedeckt so bequem den wachsenden Bauch. Es gibt Kleider oder Oberteile in diesem Stil, bei Mamarella etwa fröhlich-bunte und leichte Sommersachen, Otto hat lange Tuniken und Shirts.

Schwangere brauchen nicht umgehend ihre Garderobe umzustellen. „Bei den meisten Frauen wird der Bauch Ende des dritten Monats so groß, dass die eigene Kleidung nicht mehr passt”, erklärt Bedford, die selbst Mutter von zwei Kindern ist. Mit einer Grundausstattung Klamotten kämen die meisten gut durch die folgenden sechs Monate: Eine Jeans, ein Nachthemd, diverse Oberteile und BHs. Diese sollten gut sitzen und nicht kneifen.

Dabei muss man nicht zu viel Geld für eine Garderobe für kurze neun Monate ausgeben. Viele Tops für Schwangere sind so geschnitten und beschaffen, dass die Frauen sie auch noch nach der Entbindung tragen können - gerade jene aus Stretchmaterialien.

Die Stoffwahl sei gerade für korpulentere Frauen wichtig: Sie sollten enge oder körpernahe Hosen tragen und ein fließendes Oberteil, sagt Zanotti. Hier seien besonders Naturstoffe wie Leinen, Seide oder Wolle geeignet, die viele Schwangere zudem als angenehm auf der Haut empfinden.

Aber es sei prinzipiell nichts dagegen einzuwenden, sich vom Mann ein Hemd auszuleihen - gerade weil der Boyfriend-Look immer noch im Trend liegt. „Kombiniert mit einer schönen Bauchbinde kann das durchaus schick sein”, findet Zanotti. Die Modeexpertin ist Mutter von drei Kindern und hat sich während keiner ihrer Schwangerschaften Umstandsmode gekauft. „Die Jeanshosen von heute haben alle Stretchanteil, das hilft enorm”, sagt sie. Als der Bauch größer wurde, ließ sie die Hose offen und befestigte ein Gummiband über dem Knopfloch. Darüber kam eine wärmende Bauchbinde.

Diese gibt es in diversen Ausführungen, Farben und wahlweise mit Applikationen oder Stickereien - und können als schicke Accessoires eingesetzt werden, sagt Alexandra Wischnewski vom Spezial-Onlineshop Bellybu. Besonders angesagt seien derzeit Bauchbänder mit Schnallen und Strasssteinen. Sogar Nichtschwangere würden diese gerne mal tragen.

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