Tschüss, Schnuller: Kindern mit Ritualen den Abschied erleichtern

Von: ddp
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Schnuller
Amerikanische Forscher haben herausgefunden: Wer über einen langen Zeitraum am Schnuller nuckelt, kann Sprachstörungen erleiden. Foto: dpa

Berlin. Ohne ihren Schnuller gehen manche Kinder nirgendwo hin. Er stillt ihr natürliches Saugbedürfnis und beruhigt sie. Irgendwann sollte mit der Nuckelei allerdings Schluss sein.

„Vor allem Zahnärzte plädieren dafür, Kindern das Schnullern spätestens im Alter von zweieinhalb bis drei Jahren abzugewöhnen, um Zahnfehlstellungen, Sprachentwicklungsstörungen und Entzündungen im Mundraum zu verhindern”, sagt Matthias Müller-Guth vom SOS-Familienzentrum in Berlin-Hellersdorf.

Oft lege sich das Saugbedürfnis bei Kindern ungefähr im dritten Lebensjahr ohnehin von selbst. Um die Trennung vom Schnuller zu erleichtern, können Eltern aber auch sanfte Abschiedsrituale durchführen. Es sei an den Eltern, individuell abzuwägen, ob ihr Kind für diesen Schritt schon bereit sei und beispielsweise bereits zeitweise ohne den Schnuller auskomme. „Wichtig ist auch, dass das Kind einwilligt, den Schnuller abzugeben. Man sollte ihm den Schnuller nicht einfach wegnehmen”, sagt der Erziehungsberater.

Ein guter Einstieg in die Entwöhnungsphase sei, das Schnullern auf Orte und Zeiten zu reduzieren. So könne man beispielsweise mit dem Kind vereinbaren, dass der Schnuller nur noch Nachts und zum Mittagsschlaf im Kinderbett zum Einsatz kommt. „Eine andere Regelung könnte sein, dass der Schnuller während des Spielens nicht verwendet wird, sondern nur noch für die Ausruhphasen da ist”, sagt Müller-Guth.

Nehme das Kind diese ersten Einschränkungen gut an, könne man den endgültigen Schnuller-Abschied in Form einer Zeremonie einleiten. „In manchen Familien funktioniert es gut, den Schnuller in einem schönen Paket an die Schnullerfee zu schicken, damit sie ihn einem kleinen Baby weitergeben kann”, erklärt Müller-Guth.

Zum Dank bekomme das Kind, das sich von seinem Nuckel getrennt hat, ein Geschenk von der Fantasiefigur. Alternativ könne man den Schnuller auch dem Weihnachtsmann oder dem Christkind mitgeben oder dem Kind ermöglichen, seine Schnuller im Spielwarengeschäft gegen Spielzeug einzutauschen.
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