Studie: Viele Väter länger als zwei Monate in Elternzeit

Von: kna
Letzte Aktualisierung:

Düsseldorf. Viele Väter nehmen eine längere berufliche Auszeit für die Kindererziehung als die zwei obligatorischen Elterngeld-Partnermonate.

Ein Drittel der Männer bleibt zwischen drei und zwölf Monaten der Arbeit fern, wie eine am Dienstag in Düsseldorf veröffentlichte Untersuchung des Berliner Instituts für Sozialwissenschaftlichen Transfer (SowiTra) im Auftrag der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung ergab. Die Ergebnisse stützen sich auf eine Online-Befragung unter 624 erwerbstätigen Vätern mit Elterngeldbezug.

Laut Studie nutzen allerdings 46 Prozent der befragten Väter nur ein bis zwei Partnermonate. Diese „Vorsichtigen” wollten nicht ihr berufliches Fortkommen gefährden und die Auszeit möglichst kurz halten. 14 Prozent bezögen zwischen drei und acht Monaten Elterngeld; diese Gruppe der „(Semi-)Paritätischen” nehme Elternurlaub versetzt zur ebenfalls erwerbstätigen Partnerin.

6 Prozent der Väter bleiben länger als die Partnerin zu Hause, wie es hieß. Ihnen sei „es überdurchschnittlich wichtig, die Verantwortung für die Familie mit ihrer Partnerin zu teilen”. 9 Prozent stellten die Gruppe der „Familienorientierten”, die einen bis acht Elterngeldmonate nehmen und mit anschließender unbezahlter Elternzeit kombinieren.

Die 5 Prozent der „Familienzentrierten” nutzten sogar zwischen neun und zwölf Elterngeldmonate und nehmen darüber hinaus unbezahlte Elternzeit. 20 Prozent der Befragten wählten andere Nutzungsmuster oder machten fehlende Angaben.

Die Väter mit Elterngeldbezug haben nach den Worten der Autoren mehrheitlich einen Hochschulabschluss und sind vor allem als qualifizierte Angestellte beschäftigt. Zudem arbeiteten sie vorrangig in der öffentlichen Verwaltung oder bei Dienstleistern. Überraschend oft lebten Elterngeld-Väter außerhalb der Ballungsgebiete und Großstädte.

Das Anfang 2007 eingeführte Elterngeld wird maximal 14 Monate gezahlt. Allerdings muss beim Höchstbezug auch der zweite Partner beruflich mindestens zwei Monate aussetzen. Das Elterngeld ersetzt bis zu 67 Prozent des Einkommens des betreuenden Elternteils. Höchstens können monatlich 1.800 Euro Elterngeld bewilligt werden.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert