Studie: Immer mehr Orte verlieren ihre Grundschule

Von: dpa
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Düsseldorf. Das Grundschulsterben in Nordrhein-Westfalen breitet sich in rasantem Tempo aus.

Betroffen sind vor allem Kinder und Eltern in den ländlichen Regionen. Schon fast jede fünfte Grundschule in NRW konnte das erste Schuljahr zum Sommer 2010 nur noch einzügig anbieten. Etwa jede vierte Grundschule erreichte mit weniger als acht Klassen nicht die volle Zweizügigkeit. Das geht aus dem Schul-Gutachten „Kurze Beine - kurze Wege” für den Lehrerverband Bildung und Erziehung hervor. Dabei haben viele Kommunen schon deutlich kleinere Klassen gebildet, als es der amtliche Richtwert mit 24 Schülern pro Klasse vorsieht. An dieser Meßlatte scheiterten sogar über 44 Prozent der Grundschulen.

Im Landesdurchschnitt gab es 2009 pro 100 Quadratkilometer neun Grundschulen. Dabei gibt es extreme regionale Unterschiede: An der Spitze rangieren die Revierstädte Herne (52,5), Oberhausen (50,6) und Essen (43,3). Die rote Laterne tragen die Kreise Höxter (2,5), Hochsauerland (3,3) und Euskirchen (3,4).

Ein drastisches Stadt-Land-Gefälle zeigt sich in den Prognosen bis 2019. Demnach werden etwa die Schülerzahlen in Düsseldorf um 15,6 Prozent auf rund 21 000 anwachsen und in Köln um 9,9 Prozent auf rund 37 000. Dagegen wird für Coesfeld mit minus 26,3 Prozent (auf rund 7000 Schüler) die höchste Verlustquote erwartet, gefolgt vom Hochsauerland (-25,4 Prozent) und Höxter (-25 Prozent).

Nach absoluten Zahlen sieht die Zukunft für Bottrop nicht gerade jugendlich aus: Die kleinste kreisfreie Großstadt des Ruhrgebiets soll 2019 nur noch rund 3600 Schüler haben (-16,8 Prozent). Damit ist sie in der 54 Städte und Kreise umfassenden Statistik der Bildungsforscher Schlusslicht. Wie Remscheid hat Bottrop schon jetzt die wenigsten Grundschulen - jeweils 21. Spitze in dieser Kategorie ist Köln - mit 147 Grundschulen als einzige dreistellig.

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