München - Studie: Deutschlands Jugend schlecht aufgeklärt

Studie: Deutschlands Jugend schlecht aufgeklärt

Von: Kathrin Zeilmann, dpa
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Dr. Sommer Studie/Aufklärung
Journalisten sitzen bei der Präsentation der „Dr.-Sommer-Studie 2009 - Liebe, Körper, Sexualität” vor einer Projektion, auf der das Logo der Studie zu sehen ist. Es ist nach 2006 die zweite Studie dieser Art, die vom Jugendmagazin in Auftrag gegeben wurde. Unter anderem äußerten die Befragten eine große Sehnsucht nach Romantik und Liebe sowie den Wunsch nach Bindung und Nähe. Foto: dpa

München. Jugendliche in Deutschland sind beim Thema Sex schlecht aufgeklärt. „Gerade in Sachen Verhütung gibt es noch viele Irrtümer und Wissenslücken”, sagt Marthe Kniep. Sie ist die Leiterin des Beratungsteams „Dr. Sommer” der Jugendzeitschrift „Bravo”.

Am Dienstag stellte sie in München die Ergebnisse der „Dr.-Sommer-Studie 2009 - Liebe! Körper! Sexualität!” vor. 2006 gab es diese repräsentative Befragung von Jugendlichen erstmals. Damals gaben 14 Prozent der Befragten an, schon einmal Sex ohne Verhütung gehabt zu haben. In der Studie 2009 verdoppelte sich der Anteil auf 28 Prozent.

Für die Studie wurden nach Angaben des Meinungsforschers Ingo Barlovic (iconkids & youth international research) deutschlandweit 1220 Mädchen und Jungen zwischen 11 und 17 Jahren befragt.

Nicht bestätigt habe sich bei der Studie das Klischee, dass Jugendliche immer früher Sex haben: „Die Mehrheit erlebt ihr erstes Mal nach wie vor mit 16, 17 Jahren”, sagt Kniep. Erschrocken sind die Experten darüber, dass immer mehr Mädchen unzufrieden mit ihrem Aussehen sind: „Die Körperzufriedenheit hat abgenommen in den vergangenen drei Jahren, das bereitet uns Bauchschmerzen.”

27 Prozent der befragten Mädchen möchten gerne schlanker sein, 2006 äußerten nur 18 Prozent diesen Wunsch. Dabei ergab eine Auswertung von Größe und Gewicht der Befragten, dass 78 Prozent normalgewichtig sind. Ein Drittel der Mädchen zwischen 11 und 17 Jahren gab außerdem an, beim Essen ein negatives Gefühl und ein schlechtes Gewissen zu haben.

Kniep will jedoch keinen direkten Zusammenhang zwischen den Ergebnissen und TV-Casting-Shows herstellen, in denen Jugendlichen makellose Idealkörper vorgeführt werden. Sie kritisierte aber, dass nach wie vor ein extrem schlankes Schönheitsideal propagiert werde. Kniep rät, das Selbstbewusstsein pubertierender Mädchen zu stärken: „Man sollte öfter mal Komplimente machen und keine leichtfertigen Kommentare zur Figur abgeben.” Gerade in der Pubertät sei die Gefahr groß, an Essstörungen zu erkranken.

Alarmierend sind die Zahlen zum Alkoholkonsum: 7 Prozent der 11- und 12-Jährigen und jeder zweite 14-Jährige war schon mal betrunken. Einen totalen „Filmriss” hatten bereits 36 Prozent der Teenager zwischen 14 und 17 Jahren. Alkohol werde meistens auf Partys und mit Freunden getrunken. Ein Drittel aller Befragten, die überhaupt schon mal Alkohol getrunken hatten, gab an, ihn auch zu Hause im Kreis der Familie getrunken zu haben.
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