Streit im Urlaub: Besser Wünsche als Vorwürfe formulieren

Von: Carina Frey, dpa
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Berlin. Kracht es im Urlaub, helfen Vorwürfe wie „Du machst mir den ganzen Urlaub kaputt” wenig. „Gucken Sie besser, was noch möglich ist”, sagte Andreas Bodemann von der Evangelischen Eheberatungsstelle des Johannesstifts.

Dafür sollte jeder sagen, zu welchen Unternehmungen er mit dem anderen noch Lust hat. Nur wenn der Partner weiß, was sich der andere im Urlaub wünscht, könne er darauf eingehen. Fehlt dieses Wissen aber, bleibe ihm fast nichts anderes übrig, als dem anderen den Urlaub zu vermiesen.

Nach so einem Gespräch könne es auch sinnvoll sein, sich für ein paar Stunden zu trennen und alleine etwas zu unternehmen. „Denn wenn sich beide um des Friedens willen zusammen quälen, macht das ja auch keinen Sinn”, erklärte der stellvertretende Leiter der Beratungsstelle. Nach einer heftigen Auseinandersetzung helfe es manchmal, einen guten Freund anzurufen - auch aus dem Urlaub heraus. „Das kann beruhigen.”

Steckt hinter dem Streit ein tieferer Konflikt, könne es sinnvoll sein, diese Probleme im Urlaub erstmal auszusparen. Denn landet alles auf dem Tisch, wühle das oft sehr auf, warnte Bodemann. Und manche Konflikte ließen sich nicht ohne weiteres auflösen. Dann bräuchten Paare Unterstützung von außen.

In solchen Fällen könnten sie sich darauf einigen, die ganz heißen Eisen außen vor zu lassen und sich nach dem Urlaub Hilfe zu holen. „Und dann kann man schauen, in welchem Rahmen man jetzt noch miteinander umgehen kann.”

Viele Menschen erheben den Anspruch an den Urlaub, dass er die schönste Zeit des Jahres werden muss. „Dieser Anspruch ist problematisch”, sagte Bodemann. Denn die ganz tollen Erlebnisse gebe es nur, wenn es auch durchschnittliche oder unschöne gibt - auch im Urlaub. „Und selbst ein durchschnittlicher Urlaub kann sehr entspannend sein.”
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