Steigende Geburtenrate in Deutschland

Von: rd
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Flickr Baby Tatiana Vdb CC BY 2.0

Berlin. Im internationalen Vergleich nimmt Deutschland den letzten Platz ein, was die Geburtenrate angeht: So lag die Geburtenziffer in den Jahren 2009 bis 2013 durchschnittlich bei nur 8,28 Kindern pro 1.000 Einwohnern.

Doch gibt es Anzeichen, dass eine Trendwende bezüglich der niedrigen Geburtenrate stattfindet. Denn die Geburtenzahl in Deutschland ist 2015 so hoch gewesen wie zuletzt vor 15 Jahren.

Geburtenziffern variieren je nach Bundesland erheblich

Die Geburtenrate ist 2015 zwar insgesamt gestiegen, doch unterscheidet sie sich von Bundesland zu Bundesland teilweise stark. So hat in Berlin die Geburtenziffer fast den Wert des Jahrs der Wiedervereinigung erreicht. Sie lag dort zudem deutlich über der Sterberate.

Berlin ist damit das Bundesland mit dem größten Bevölkerungszuwachs. Wie in Berlin hat es auch in Nordrhein-Westfalen einen Babyboom gegeben. Dort erblickten 163.500 Neugeborene das Licht der Welt. Die steigende Geburtenrate stellt allerdings nicht nur die jungen Eltern, sondern auch Städte und Länder vor Herausforderungen: So ist abzusehen, dass künftig weitaus mehr Kita-Plätze geschaffen werden müssen.

Die fehlende staatliche Unterstützung von Familien scheint auch einer der Gründe zu sein, warum die Geburtenrate beispielsweise in Sachsen-Anhalt weiterhin niedrig bleibt. Viele Paare entscheiden sich dort aus finanziellen Gründen gegen ein zweites Kind, ergab die Studie "Familienland Sachsen-Anhalt".

Insgesamt werden in Deutschland jedoch weiterhin jährlich weniger Babys geboren, als Menschen sterben. So starben im Jahr 2015 rund 188.000 mehr Menschen, als geboren wurden. 2014 waren es noch 153.000, wie das Statistische Bundesamt in einer Pressemitteilung berichtet.

Erklärungsmodelle für die steigende Geburtenrate

Die genauen Ursachen für die steigenden Geburtenziffern lassen sich nicht zweifelsfrei bestimmen, doch dürften politische Maßnahmen wie das Elterngeld und die Bereitstellung von Kita-Plätzen durchaus ihren Anteil daran haben. Vertiefende Informationen zum Elterngeld und zur Finanzierung junger Familien halten unter anderem Institute wie beispielsweise die Naspa bereit.

Auch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend bietet umfassendes Info-Material zum Elterngeld. Der Antrag auf Elterngeld kann schon während der Schwangerschaft gestellt werden. Die Höhe der monatlichen Auszahlung beträgt in der Regel zwischen 65 und 67 Prozent des Nettoeinkommens der betreuenden Elternteile. Der Mindestsatz liegt bei 300 Euro.

Auch Erwerbslose und Studierende können Elterngeld erhalten. Generell müsse sich zusätzlich zu den bisherigen politischen Maßnahmen aber auch das Ansehen sowohl von arbeitenden als auch von zu Hause bleibenden Müttern verbessern, betont der Direktor des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung, Norbert Schneider, gegenüber der Süddeutschen.

Finanzielle Unterstützungen alleine würden nicht ausreichen, um die Anzahl der Geburten in Deutschland langfristig zu erhöhen Eine weitere Erklärung für die gestiegene Geburtenziffer könnte – neben den politischen Maßnahmen – auch die schlichte Tatsache sein, dass zurzeit viele Menschen der geburtenstärkeren Jahrgänge selbst das gebärfähige Alter erreichen und dadurch mehr Kinder geboren werden als in den vergangenen Jahren. Wäre das die Ursache, so müsste die Zahl der Geburten um das Jahr 2020 wieder zurückgehen.

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