Snowtubing am Ponylift: Was Skiregionen Familien bieten

Von: Felix Rehwald, dpa
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Snowtubing am Ponylift: Was Skiregionen bieten
Beim Snowtubing können sich Kinder austoben, die noch zu klein zum Skifahren sind - oder keine Lust darauf haben. Foto: dpa

Planegg/Davos. Mit Karacho die schwarze Piste hinabschießen oder im eleganten Schwung durch den Tiefschnee-Hang wedeln - darauf freuen sich Skifahrer das ganze Jahr. Familienväter und -mütter haben dabei nur ein Problem: Wohin mit dem Nachwuchs, während sie sich auf der Abfahrt austoben, die für die Kinder noch zu schwierig ist?

Viele Skiregionen bieten deshalb mittlerweile Betreuungsmöglichkeiten an.

Für jeden Skifahrer mit Familie sei es entscheidend, dass am Urlaubsort bestimmte Betreuungsleistungen angeboten werden, sagt Michael Berner vom Deutschen Skiverband (DSV) in Planegg (Bayern). Welche das sind, hänge vom Alter der Kinder ab - und davon, ob diese schon selbst skifahren. Für Kleinkinder biete sich ein Skikindergarten an, wo sie auf einem Parcours spielerisch mit Gleichaltrigen das Skifahren lernen.

Beherrschen die Kinder bereits den Umgang mit den Brettern, empfiehlt Berner, den Urlaubsort nach der Art der Pisten auszuwählen. Auf leichten Hängen hätten Kinder weitaus mehr Spaß als auf steilen Pisten. Der DSV-Experte warnt Eltern vor falschem Ehrgeiz: Sie täten ihren Kindern keinen Gefallen damit, sie schon früh auf schwarze Pisten mitzunehmen. Wichtig ist Berner zufolge auch, dass Kindern am Ort noch andere Aktivitäten geboten werden. „Das Schlechteste wäre, wenn man meint, man müsste seine Kinder zum Skifahren zwingen.”

Berner beobachtet, dass sich die Wintersportorte auf die Bedürfnisse von Familien einstellen: „Es gibt Skigebiete, die leben davon.” Allerdings können die Orte nicht das ganze Besucherspektrum abdecken: Orte, die für ihre Après-Ski-Party berüchtigt sind, seien eben wenig familienfreundlich. Hilfe bei der Orientierung bietet unter anderem der DSV-Skiatlas, in dem die Skigebiete auch in der Kategorie Familienangebote bewertet werden.

Ein Beispiel für eine Region mit guten Kinderbetreuungs-Angeboten ist das Stubaital in Österreich: Im Gamsgarten am Stubaier Gletscher werden Kinder nach Angaben des Tourismusverbands Stubai Tirol täglich von 9.00 bis 16.00 Uhr betreut. Ausgebildete Kindergärtnerinnen und Erzieher spielen und basteln mit den Kleinen ab drei Jahren. Die etwas Älteren können in Kinderskischulen die Schwünge lernen.

Die Schweizer Wintersportregion Davos-Klosters hält mit einem Erlebnispark mit Tubingbahn, Verkehrsparcours, Riesenslalom- und Speedstrecke am Berg Madrisa dagegen. Im Kinderclub werden Kinder bis sechs Jahre betreut. Und an der Bergstation der Pischabahn können Kinder ab drei Jahren stundenweise betreut am „Ponylift” skifahren, im Spielhaus malen und basteln oder sich auf einer Snowtubing-Bahn austoben. Am Rinerhorn gibt es darüber hinaus einen Parcours, auf dem die kleinen Skifahrer Zwergenfiguren umkurven können.

In der Region Montafon in Vorarlberg gibt es ebenfalls Kinderbetreuung, Kindergarten und Kinderskikurse. Wie in den meisten Skigebieten sind sie kostenpflichtig. Eltern, die am Golm in Tschagguns Ski fahren, können jedoch ihren Nachwuchs im Kindergarten in der Bergstation Grüneck eine Stunde lang umsonst betreuen lassen.

Auch in Deutschlands höchst gelegenem Wintersportgebiet auf der Zugspitze will man Familien mit Betreuungsangeboten entgegenkommen. Das Ziel sind laut Garmisch-Partenkirchen Tourismus „gemeinsame Erlebnisse von Großeltern, Eltern und Kindern”. Ein Beispiel hierfür seien Familien-Snowboardkurse. Die Betreuungsangebote für Kinder würden über die Skischulen abgewickelt, sagt eine Sprecherin. Mehrere Skischulen bieten einen Skikindergarten und Kurse für Kinder an, in denen diese das Skifahren mit Gleichaltrigen lernen können.

Wie gut solche Angebote angenommen werden, hängt laut Torsten Kirstges stark davon ab, wie alt die Kinder sind. So schätzten deutsche Winterurlauber durchaus Betreuungsangebote für Kleinkinder in einem Alter, in dem sie selbst Ski fahren können, sagt der Professor für Tourismuswirtschaft an der Jade Hochschule in Wilhelmshaven. Für jüngere Kinder gelte das dagegen kaum. „Die Deutschen haben eine andere Mentalität als etwa die Franzosen, die Kinder schon ganz früh abgeben”, erklärt Kirstges. Bestimmend sei der Gedanke, im Urlaub mit der Familie etwas gemeinsam zu unternehmen. Das Bedürfnis, „dass man Kinder los wird, damit man in Ruhe Skifahren kann”, sei daher im Urlaub eher gering.

Gefragt seien allerdings Skikurse, bei denen Skilehrer dem Nachwuchs den Umgang mit den Brettern beibringen. Solche Angebote kämen den Bedürfnissen vieler Familien entgegen: Während die etwas älteren Kinder vormittags für zwei Stunden Skiunterricht haben, können sich Mama und Papa die anspruchsvollen Pisten hinabstürzen. Und nachmittags unternehmen dann alle wieder etwas gemeinsam.
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