Self-Assessments als Entscheidungshilfe

Von: Florian Oertel, dpa
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SelfAssessment
Was tun nach dem Abi? Tests im Internet helfen bei der Wahl des richtigen Studiums. Foto: dpa

Aachen/Hannover. Nach dem Abi stellen sich gleich schon wieder viele neue Fragen: Ist ein Studium das Richtige? Und wenn ja, welches Fach und an welcher Hochschule? Natürlich kann man Papa fragen oder seinen besten Freund. Die Alternative mit System heißt Self-Assessment.

Nach dem Abi stellen sich gleich schon wieder viele neue Fragen: Ist ein Studium das Richtige? Und wenn ja, welches Fach und an welcher Hochschule? Natürlich kann man Papa fragen oder seinen besten Freund. Die Alternative mit System heißt Self-Assessment.

Wer sein Abi in der Tasche hat, dem stehen so ziemlich alle Türen offen. Und genau das ist für viele ein Problem. Sie fragen sich spätestens nach der letzten Abi-Fete: Was kann ich, was will ich, was soll ich studieren? Antworten können Self-Assessments bieten - Tests im Internet zum selbst ausfüllen.

„Self-Assessments sind ein zentrales Angebot, um systematisch zu einer Studienwahl zu kommen”, sagt Klaus Wannemacher. Er hat sich für das Hochschul-Informations-System (HIS) in Hannover mit den Tests beschäftigt. Sie kommen meist von den Hochschulen selbst, sind in der Regel gratis, waren bis zuletzt in der Mehrzahl nicht verpflichtend - und werden immer zahlreicher. „Wenn man ein bisschen sucht, findet man schnell 25 bis 30”. Und das ist nicht das komplette Angebot.

Wo gibt es Self-Assessments? Mit von der Partie sind etwa die Uni des Saarlandes in Saarbrücken (http://dpaq.de/BKfmY), die Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (http://dpaq.de/O8Bxg) und die RWTH Aachen (http://dpaq.de/RfIw0), aber auch die Unis in Frankfurt, Bonn und Mannheim, die RKU Heidelberg, die LMU München sowie die Uni Bochum mit dem hübsch betitelten „Borakel” (http://dpaq.de/daEt5).

Hinter letzterem steht maßgeblich der Wirtschaftspsychologe Prof. Heinrich Wottawa, der klarstellt: Self-Assessment ist nicht gleich Self-Assessment, es gebe vielmehr drei Grundkonzeptionen:

Tests, die der ersten davon folgen, richten sich an junge Leute, die bereits ziemlich sicher wissen, welches Fach sie studieren möchten und daher erfahren wollen, ob sie das Zeug dafür haben. Ermittelt wird das etwa mit Hilfe von Testaufgaben.

Der zweiten Konzeption folgen laut Wottawa zum Beispiel Angebote der Uni Freiburg: Sie wollen künftigen Akademikern, die zumindest ein ungefähres Wunschfach haben, vermitteln, was sie an der jeweiligen Hochschule erwartet.

„Die angehenden Studenten sollen sich fragen: Ist das etwas, womit ich mich später gerne beschäftigen möchte”, sagt Ingo Zettler. Der Diplom-Psychologe von der RWTH Aachen hat an deren Self-Assessment-Angebot mitgearbeitet und jenes vom Verbund Norddeutscher Universitäten (http://dpaq.de/kMepA) entwickelt.

Hinzu kommt: In Zeiten von Bachelor und Master gilt nach Worten von Prof. Wottawa mehr denn je, dass die Inhalte bestimmter Fächer von Hochschule zu Hochschule höchst unterschiedlich ausfallen können. Und umso wichtiger wird es für viele Standorte, gewissermaßen für ihre Angebote zu werben - und das eben auch mit Self-Assessments.

Den Tests der Gruppe drei gehört etwa das „Borakel” an. Sie sind für Interessierte gedacht, die noch kaum eine oder keine Vorstellung von ihrer Hochschul-Zukunft haben. Deshalb werden sie auf die eigenen Fähigkeiten und Interessen hin abgeklopft.

Die Angaben werden laut Ingo Zettler dann „mit den Studienangeboten in Beziehung gesetzt”. Aufrichtigkeit ist hier das A und O: „Es ist ganz entscheidend, dass diese Tests ehrlich ausgefüllt werden, sonst betrügt man sich womöglich selbst”, warnt Klaus Wannemacher vom HIS.

Was steht als Ergebnis von Self-Assessments? „Wir sagen am Ende nie genau: Du bist dafür auf jeden Fall geeignet oder auch nicht”, erläutert Ingo Zettler die Funktionsweise.

Stattdessen bekommen die Teilnehmer unter anderem angezeigt, wie sie im Vergleich zu anderen Interessenten abgeschnitten haben. „Dazu geben wir dann Empfehlungen wie: Besuch doch nochmal einen Mathekurs.”

Angebote aus den ersten beiden Gruppen können auch relativ kurz vor dem angepeilten Studienbeginn noch sinnvoll sein. Wer sich grundlegend orientieren will und daher ein Self-Assessment aus Gruppe drei absolviert, tut das dagegen idealerweise bereits als Elft- oder Zwölftklässler.

Hier gibt es als Fazit von Prof. Wottawa eine Aussage, welcher Studiengang der Richtige sein könnte. In vielen Fällen spuckt die Software auch mehrere Vorschläge aus.

Die Ergebnisse der Assessments seien keine „letzte Instanz”, sagt Ingo Zettler. „Wir wollen, dass die Teilnehmer die Ergebnisse mit Eltern, Freunden und auch Studienberatern besprechen.”

Ein Gespräch mit einem Berater empfiehlt Wannemacher. „Oft kommen durch Self-Assessments ja auch neue Fragen auf, die man dort dann klären kann.”

Self-Assessments sollen der Orientierung dienen - doch zuerst muss eine Orientierung über Self-Assessments her: Einen Überblick gibt es auf der Seite studienwahl.de unter http://dpaq.de/dAZnp sowie beim Kölner Bildungsserver (http://dpaq.de/ZNDtf) und bei der Uni des Saarlands (http://dpaq.de/SDVYo).
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