Fulda - Selbstbewusste Kinder sind besser gegen Hänseleien gerüstet

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Selbstbewusste Kinder sind besser gegen Hänseleien gerüstet

Von: dapd
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Nicht nur schöne Erinnerungen: Viele Kinder werden in der Schule gemobbt. Wer selbstbewusst ist, lässt sich von den Hänseleien der Mitschüler nicht so leicht angreifen. Foto: ddp

Fulda. Brillenschlange, Dickwanst, Segelohr: Oft sind es erkennbare körperliche Merkmale, die Kinder für die Hänseleien von Mitschülern angreifbar machen. Aber auch wunderliche Eigenarten oder untypische Hobbys werden mitunter als Schwäche interpretiert und spornen andere zu Schikanen an.

„Kommt es zu einer Art von Mobbing, sollte man dem Kind deutlich machen, dass die Schuld nicht bei ihm liegt”, sagt der Leiter der Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche in Fulda, Jürgen Plass.

„Als nächstes sollte man gemeinsam eine Lösung finden”, empfiehlt Plass. „Vielleicht können die Eltern oder andere Bezugspersonenen wie Lehrer oder Trainer den Wortführer direkt ansprechen und versuchen, ihm die Konsequenzen seines Verhaltens aufzuzeigen”, rät er: „Möglicherweise handelt das Kind zukünftig anders, wenn es weiß, wie sich das Opfer fühlt.” Erst wenn solche Maßnahmen nicht hilfreich seien, sollten Eltern über ein anderes Vorgehen nachdenken. Ein Klassen- oder gar Schulwechsel sei immer der letzte Ausweg und solle erst vorgenommen werden, wenn andere Maßnahmen keine Wirkung zeigten. „Sonst suggeriert man dem Kind, dass man vor Problemen davonlaufen kann.”

Mitunter darf man dem Nachwuchs auch mal einen materiellen Wunsch erfüllen, wenn es beispielsweise zu ständigen Schikanen kommt, weil ein Kind nicht die neuesten Markenturnschuhe trägt. „Ein Stück Verständnis für die Jugendkultur sollten Eltern schon zeigen”, erklärt Plass. „Das heißt aber nicht, dass man sich jedem Trend beugen muss”. Solche Maßnahmen sind für den Erziehungsberater jedoch zweitrangig.

Stattdessen sollte das Kind frühzeitig in seinem Selbstwertgefühl gestärkt werden, um es gegen Angriffe zu rüsten. Für einen nachhaltigen Schutz vor Hänseleien müssten die Opfer aus ihrer passiven Rolle treten, sagt Plass. „Zu diesem Zweck sollten Eltern ihr Kind beispielsweise häufiger darauf aufmerksam machen, wo seine Stärken liegen.” Außerdem sei es hilfreich, Kindern Erlebnismöglichkeiten zu bieten und ihnen die Chance zu geben, sich zu verwirklichen, um mehr Selbstsicherheit zu erlangen. Fehlende Markenzugehörigkeit zum Beispiel könne dann möglicherweise mit ideellen Werten ausgeglichen werden.
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