Hannover - Schwanger ab 35: Fruchtwasseruntersuchung nicht zwingend

Schwanger ab 35: Fruchtwasseruntersuchung nicht zwingend

Von: ddp
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Schwangere, die nur in den ersten beiden Wochen ihrer Schwangerschaft Alkohol getrunken haben, brauchen sich um die Gesundheit ihres Kinder keine Sorgen zu machen. Foto: ddp

Hannover. Nicht immer klappt es vor 35 mit der Familienplanung. Doch gelte es dann, Risiken einer späten Schwangerschaft zu überwachen, sagt Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF).

So seien Kinder von Frauen über 35 häufiger von genetischen Fehlbildungen betroffen. Am bekanntesten sei das Down-Syndrom (Trisomie 21).

„Um eine solche genetische Veränderungen zu klären, wird heutzutage nicht mehr grundsätzlich zu einer Fruchtwasseruntersuchung bei über 35-Jährigen geraten, so wie es noch vor ein paar Jahren der Fall war”, sagt Albring. Denn dieser Eingriff an sich erhöhe die Wahrscheinlichkeit einer Fehlgeburt.

Stattdessen empfiehlt Albring eine individuelle Risikoabschätzung: Anhand von Blutuntersuchungen der Mutter und Ultraschallaufnahmen des Ungeborenen könne ein Frauenarzt mit Hilfe spezieller Computerprogramme die Wahrscheinlichkeit für eine genetische Fehlbildung errechnen.

Diese Risikoabschätzung sei allerdings keine Kassenleistung und kostet etwa 130 Euro. „Erst wenn das durch diese Untersuchung ermittelte Risiko über dem Durchschnitt liegt, ist eine Fruchtwasseruntersuchung angebracht”, sagt der Arzt.

Albring weist außerdem darauf hin, dass Frauen ab 35 im Vergleich zu jüngeren Müttern ein erhöhtes Risiko haben, während der Schwangerschaft an Diabetes oder Bluthochdruck zu leiden. Kontrolluntersuchungen sollten deshalb unbedingt wahrgenommen werden: „Zunächst alle vier Wochen, ab der 32. Schwangerschaftswoche alle zwei Wochen.”

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