Schulbusfahren im Winter: Was Eltern und Kinder beachten sollten

Von: Silke Koppers, dapd
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Köln/Bonn. Zahlreiche Gefahren lauern während der dunklen Jahreszeit im Straßenverkehr: Schnee, Regen und Nebel sorgen im Winter für schlechte Sicht der Autofahrer, oft noch verstärkt durch verschlissene Scheibenwischer oder blendende Scheinwerfer. Potenzielle Opfer eines Unfalls sind vor allem Fußgänger, da sie oft zu spät gesehen werden, warnt der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR).

Letztes Jahr habe die Zahl der getöteten Fußgänger besonders stark zugenommen, nämlich um 29 Prozent. Insgesamt seien im vergangenen Jahr 614 Fußgänger bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen.

Nach Ansicht des TÜV Rheinland gilt derzeit besonders für Schulkinder ein gesteigertes Risiko an Bushaltestellen. Rund drei Millionen Kinder fahren in Deutschland täglich mit dem Bus zur Schule und im Winter wird das Transportmittel stärker frequentiert als in den anderen Jahreszeiten. An den Haltestellen wird häufig getobt und gedrängelt, was die Unfallgefahr in der Dunkelheit noch erhöht. Deswegen sollten Schulkinder „gerade jetzt besonders auffällige, helle Kleidung mit großflächigen Reflexstreifen tragen. Eine auffällige Mütze, Sicherheitswesten und reflektierende Applikationen am Ranzen vervollständigen das Outfit”, sagt Hans-Ulrich Sander vom TÜV Rheinland.

Gefahrenquelle Disziplinlosigkeit

Dass die Gefahr für busfahrende Schulkinder erhöhte ist, zeigte auch ein ADAC-Test vor drei Jahren, bei dem bundesweit 36 Schulbusstrecken überprüft wurden. Die Tester bemängelten vor allem das Chaos an den Haltestellen, die überfüllten Busse und auch rasende Busfahrer. Fast ein Drittel der Fahrten wurden mit der Note „mangelhaft” bewertet. Die meisten schweren Unfälle passieren nach Angaben der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) beim Überqueren der Straße nach dem Aussteigen sowie durch abgelenkte Busfahrer. Daher sollten laut TÜV kleine Kinder von ihren Eltern anfangs zur Schulbushaltestelle begleitet und das korrekte Verhalten vor Ort mit ihnen geübt werden. „Dazu gehört, dass sich die Kinder - auch wenns schwerfällt - zur eigenen Sicherheit in der Reihe anstellen, nicht drängeln, toben oder ganz vorn an der Bordsteinkante stehen”, sagt Sander. Die Gefahr bestehe in der Front des herannahenden Busses, denn sie überragt unter Umständen beim Einbiegen in die Haltebucht die Bürgersteigkante. Dadurch könnten Kinder erfasst und schlimmstenfalls unter den Bus gezogen werden. Daher gelte: In gebührendem Abstand warten, bis der Bus vollständig angehalten hat und erst beim Öffnen der Türen an den Bus herantreten.

Beim Einsteigen in den Bus sei zügig nach hinten durchzugehen und ein Sitzplatz oder zumindest sicherer Halt zu suchen, um Stürze bei plötzlichen Bremsmanövern oder in Kurven zu vermeiden. Lautes Schreien, Streitereien und Rangeleien sind tabu - sie können den Fahrer vom Verkehrsgeschehen ablenken und im schlimmsten Fall zu einem Unfall führen. Darüber hinaus ist auch das Überqueren der Straße vor oder hinter dem Bus gefährlich. Entweder werden die Kinder durch den Bus verdeckt oder zu spät erkannt. Erst wenn der Bus abgefahren und die Straße frei ist, darf die Seite gewechselt werden.

Für mehr Disziplin in den Schulbussen sorgen mancherorts die sogenannten Schulbusprojekte des DVR, in denen Schulkinder angeleitet werden, Gefahren zu minimieren. Zunehmend werden auch „Scouts” ausgebildet, die für Ordnung an den Haltestellen und während der Busfahrt sorgen - das können Eltern sein, aber auch Schüler selbst.

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