Schiffsbetriebstechniker: Rechte Hand des Kapitäns

Von: dpa
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Wismar. Ein Kapitän ist selten allein auf einem Schiff. Mindestens zwei weitere Männer sind in der Regel mit an Bord: der erste nautische Offizier und der Leiter der Maschinenanlage.

Letztgenannter ist für sämtliche Technik an Bord zuständig - von den Messinstrumenten bis zum Hauptmotor. Wie solche Geräte gebaut, bedient und gewartet werden, lernen Studenten in dem Fach Schiffsbetriebstechnik.

„Die Studenten können sich bis zum Leiter der Maschinenanlage hocharbeiten”, erklärt Professor Michael Rachow von der Hochschule Wismar, die einen dualen Bachelorstudiengang in diesem Fach anbietet. „Sie beraten den Kapitän dann in allen technischen Belangen an Bord.”

In den Vorlesungen werden die Studenten auf diesen Einsatz theoretisch vorbereitet. Sie lernen zum Beispiel, wie ein Verbrennungsmotor aufgebaut ist und wie er betrieben wird. Im Labor müssen sie den Motor dann selbst betreiben. Zum Studium in Wismar gehören außerdem 68 Wochen auf einem Schiff. Dort werden Studenten zum Schiffsmechaniker ausgebildet.

Schiffsbetriebstechniker sitzen aber auch im Büro und schreiben Aufträge. Auf dem Lehrplan stehen deshalb neben grundlegenden Fächern wie Mathematik, Physik, Elektro- und Motorentechnik auch BWL, Soziologie und Psychologie. Zusätzlich lernen Studenten im Bereich Maritime Sicherheit, wie sie reagieren, wenn es zum Beispiel an Bord brennt.

Handwerkliches Interesse und Offenheit gegenüber anderen Kulturen sind für den Beruf von Vorteil: Die internationale Seefahrtsprache ist Englisch.

Arbeit für Absolventen gibt es sowohl auf hoher See als auch an Land. Der überwiegende Teil der Schiffsbetriebstechniker landet in der maritimen Zulieferindustrie auf dem Festland. Jobs gibt es aber auch als technischer Inspektor bei den Reedereien oder an Bord als Offizier. Außer in Wismar lässt sich das Fach beispielsweise in Flensburg und Bremerhaven studieren.

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