Scheidungskinder werden eher Raucher

Letzte Aktualisierung:

Berlin. Scheidungskinder werden eher Raucher als Gleichaltrige aus klassischen Familien. Das ist das Ergebnis einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin.

Demnach wächst durch eine Scheidung die Wahrscheinlichkeit, dass Jugendliche und junge Erwachsene zur Zigarette greifen. „Insbesondere die Scheidung der Eltern während der Kindheit erhöht das Rauchrisiko”, sagt DIW-Experte Thomas Siedler. So steigt das Risiko, nikotinsüchtig zu werden, bei westdeutschen Scheidungskindern um 14 Prozentpunkte. Bei Ostdeutschen ist es sogar um rund 26 Prozentpunkte erhöht.

Das Aufwachsen bei Alleinerziehenden oder der Tod eines Elternteils habe dagegen keinen so großen Einfluss auf das Rauchverhalten, erläutert Siedler. Aber auch wenn solche Familien in die Rechnung einbezogen werden, ist die Wahrscheinlichkeit immer noch erhöht, dass Jugendliche und junge Erwachsene mit dem Rauchen anfangen.

Insgesamt steigt sie im Westen um fast acht und im Osten um 16 Prozentpunkte, wenn Kinder nicht in einer klassischen Familie aufwachsen. Dadurch ist der Anteil der Raucher der jungen Leute aus nicht traditionellen Familien größer: Von ihnen raucht rund die Hälfte. Das gilt nur für etwa ein Drittel der Personen, die bei beiden Eltern aufgewachsen sind.

Auch der durchschnittliche Tabakkonsum fällt höher aus, wenn Kinder nicht in einem Haushalt mit beiden Elternteilen großgeworden sind. Die Wahrscheinlichkeit, täglich zehn Zigaretten oder mehr zu rauchen, erhöht sich um sieben Prozentpunkte für Westdeutsche und um neun Prozentpunkte für Ostdeutsche.

Die Studie beruht auf Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP). Für diese seit 1984 laufende Langzeitbefragung werden jährlich rund 20.000 Personen befragt.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert