Sarg oder Urne: So unterscheiden sich die Beisetzungsarten

Von: dpa
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Königswinter. Einer Umfrage im Auftrag des Bundesverband Deutscher Bestatter zufolge kann sich inzwischen nahezu die Hälfte der Bevölkerung vorstellen, nach dem Tod eingeäschert zu werden.

Die Zahl der Erdbestattungen geht dagegen immer weiter zurück: Lag sie 1994 noch bei 68 Prozent und 2004 bei 58 Prozent, wird laut der Verbraucherinitiative Bestattungskultur Aeternitas in Königswinter bei Bonn heute nur noch knapp die Hälfte der Verstorbenen als Leichnam im Sarg bestattet.

Grundsätzlich muss in Deutschland jeder Tote - egal ob eingeäschert oder nicht - beigesetzt werden, und zwar im Regelfall auf einem Friedhof. Allerdings gibt es verschiedene Arten der Beisetzung. Aeternitas erläutert die Unterschiede:

Erd- oder Urnen-Wahlgräber: Hier kann die Grablage auf dem Friedhof in einem bestimmten Bereich beliebig ausgesucht und das Nutzungsrecht über die Ruhefrist hinaus verlängert werden. Wahlweise kann das Grab als Einzel- oder Doppelruhestätte erworben werden, so dass zum Beispiel Ehepartner gemeinsam - auch mit zeitlichem Abstand - dort beigesetzt werden können.

Handelt es sich um ein Tiefgrab, werden Särge oder Urnen übereinander und nicht wie bei einem Doppelgrab nebeneinander beigesetzt. Wahlgräber werden in der Regel namentlich mit einem Grabmal gekennzeichnet und individuell gestaltet. In ein Erdwahlgrab dürfen zusätzlich eine, manchmal sogar bis zu vier Urnen beigesetzt werden.

Erd- oder Urnen-Reihengräber: Sie werden von der Friedhofsverwaltung der Reihe nach vergeben. Jeweils ein Sarg oder eine Urne findet pro Grabstelle Platz. Je nach Friedhofssatzung sind die Ruhefristen unterschiedlich lang. Sie können nicht verlängert werden. In der Regel wird das Grab namentlich gekennzeichnet und individuell gestaltet. Ähnlich verhält es sich bei Rasen- oder Wiesengräbern, die ebenfalls als Reihengräber vergeben werden. Die Grabgestaltung und -pflege entfällt hier allerdings, weil die Rasenfläche vom Friedhof gemäht wird.

Gemeinschaftsgräber: Meistens handelt es sich um Urnen-, seltener um Sarggräber. Mehrere Verstorbene, die nicht miteinander verwandt sein müssen, werden einzeln auf einer einheitlich gestalteten Fläche bestattet. Gewöhnlich kümmert sich die Friedhofsverwaltung um Bepflanzung und Pflege. Ein zentrales Grabmal oder einzelne Tafeln vermerken, wer dort bestattet ist.

Urnenwand: Sie wird von Bestattern auch als Kolumbarium, lateinisch für Taubenschlag, bezeichnet. Hier werden in einer Wand bis zu zwei Urnen in einzelnen Kammern beigesetzt. Eine Platte mit einer Inschrift schließt diese nach vorne ab.

Baum- oder Waldbestattung: Eine biologisch abbaubare Urne wird im Wurzelbereich eines Baumes - meist in sogenannten Ruhewäldern - beigesetzt. Eine wie auch immer geartete Grabgestaltung ist in der Regel nicht erlaubt. Wie bei Rasen- oder Wiesengräbern ist hier eine anonyme Bestattung möglich.

Seebestattung: Die Asche wird in einer Urne aus leicht löslichem Material von einem Schiff aus im Meer versenkt. Der Verstorbene muss diese Art der Bestattung ausdrücklich gewünscht haben und möglichst schriftlich festgehalten haben. Der Ort wird in einer Seekarte vermerkt. Allerdings kann auch eine Seebestattung anonym erfolgen.

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