Rückkehr zur Großfamilie an Weihnachten wieder im Trend

Von: Bernward Loheide, dpa
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Tübingen. Weihnachten in der Großfamilie feiern, mit Kindern und Großeltern - das liegt nach Expertenmeinung wieder im Trend. Ein Grund dafür sei die Wirtschaftskrise.

„Stabil ist oft nur noch die Familie, nicht mehr die Arbeitswelt”, sagt der Tübinger Religionspädagoge Albert Biesinger der Deutschen Presse-Agentur dpa. „Für viele Familien ist die Familie geradezu heilig geworden.”

Biesinger warnt allerdings vor zu hohen Erwartungen: Ob die Feier an Heiligabend gelinge, hänge davon ab, wie es an allen anderen Tagen zu Hause aussieht. „Wenn die Kommunikation das Jahr über dramatisch ist, kann man keine plötzliche Problemlösung an Weihnachten erwarten.”

Nach Ansicht des katholischen Theologie-Professors kann das Weihnachtsfest vielen Menschen einen Zugang zum Glauben ermöglichen. In die Weihnachtsgottesdienste kämen auch viele, die keinen Kontakt mehr zur Kirche haben. Die Kirche nutze diese Chance zu wenig.

„Vor allem Kinder erleben den Heiligabend hoch emotional als Glanz des Glanzes und behalten dies das ganze Leben in Erinnerung”, meint Biesinger - und verweist auf Umfragen, wonach 30 Prozent aller Eltern in Deutschland ihre Kinder auch religiös erziehen wollen. Für sie seien neue liturgische Angebote wie Segnungsgottesdienste wichtig. Dabei wird den Menschen vom Priester die Hand aufgelegt.

Und wie sieht der perfekte Heiligabend in der christlichen Großfamilie aus? Biesinger - selber Großvater - empfiehlt folgenden Ablauf: Erst die Krippenfeier mit den Kindern in der Kirche, dann ein Weihnachtslied zu Hause vorm Tannenbaum singen, Kinder legen die Jesusfigur in die Krippe und zünden eine Kerze an, eine Minute schweigend zusammensitzen, ein Gebet für kranke Angehörige und Bekannte sprechen, die Weihnachtsgeschichte aus der Bibel vorlesen, noch ein Lied zusammen singen und dann die Geschenke auspacken.

„Es lohnt sich, die Schönheit der Rituale wiederzuentdecken”, meint Biesinger und gibt allen Eltern noch einen ganz praktischen Tipp: „Lieber etwas weniger Geschenke kaufen, aber dafür besonders gut ausgesuchte.”
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