Rachegedanken stören beim Verarbeiten von Trennungsschmerz

Von: ddp
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Aachen. Zerbricht eine Beziehung, stürzt der Verlassene oft in eine emotionale Berg-und-Talfahrt. Auf lähmenden Schock folgen Enttäuschung, Schmerz, Verzweiflung - und nicht seltenen reift der Gedanke heran, sich rächen zu wollen.

„Wer sich der Rache, den Gedanken darüber hingibt, schadet mehr sich selbst als dem anderen”, warnt der Aachener Paartherapeut Volker van den Boom. Wer mit Rachegedanken spiele, verschaffe sich zwar für einen Moment ein Gefühl der Stärke und Befreiung. Im Grunde aber zeugten derlei Gedanken davon, dass jemand sich nach wie vor an den Ex-Partner klammere und nicht loslassen könne. „Solche Menschen sind nicht bereit, die Trennung zu akzeptieren”, unterstreicht der Experte.

Wenn es sogar nicht bei dem Gedanken an Rache bleibt, sondern dieser in die Tat umgesetzt werde, bestehe die Gefahr, dass der andere im Gegenzug ebenfalls mit Rachehandlungen reagiere. „Es entsteht ein Teufelskreis, der das Problem eher verschärft”, sagt van den Boom.

Stattdessen empfiehlt der Paartherapeut: „Sinnvoller ist es, mit Stolz zu reagieren.” Man solle demonstrativ und energisch nach außen zeigen, dass die Trennung einen nicht zerreiße. So gelinge es, wieder Mut und Zuversicht für die Zukunft zu schöpfen.

Anstatt sich Rachegelüsten hinzugeben, empfiehlt der Paartherapeut, lieber die Gesellschaft von Freunden aufzusuchen. „Oft hilft es, sich Kummer und Wut von der Seele zu reden”, sagt er. Als Außenstehende könnten Freunde zudem korrigierend einwirken, indem sie jemandem auch die eigenen Fehler bewusst machten. „Das ist das Beste, um die Trennung verarbeiten zu können.” Wer von den Rachegedanken dennoch nicht loskomme, dem empfiehlt van den Boom, diese niederzuschreiben, in einem Tagebuch zum Beispiel. „Das wirkt wie ein Ventil”, sagt er.
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