Pubertierenden Jugendlichen schrittweise größere Freiräume geben

Von: dapd
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Bargteheide. In der Pubertät nabeln sich Jugendliche zunehmend von ihren Eltern ab. Dann sind sie zum Beispiel tagsüber viel mit Freunden unterwegs und wollen auch abends länger wegbleiben. Oft sind Eltern in solchen Situationen unsicher und setzen ihrem Nachwuchs enge Grenzen.

„Die Gefühle der Eltern sind nachvollziehbar. Sie sollten aber auf keinen Fall dazu führen, dass sie ihre Kinder wie unter einer Käseglocke halten”, sagt Jan-Uwe Rogge, Autor des Buches „Pubertät - Loslassen und Haltgeben”.

Vielen Eltern helfe es, wenn sie ihren Gefühlen nachspürten. Große Sorgen äußerten sich nämlich oft dadurch, dass man den Nachwuchs mit unendlich vielen Ratschlägen und Ermahnungen überhäufe. „Je offener man mit seinen Ängsten umgeht, desto weniger beeinflussen sie einen unbewusst”, berichtet Rogge.

Insofern sei es gut, wenn man sich selbst solche Gefühle eingestehe und auch mit dem Kind darüber spreche. „Eltern sollten außerdem versuchen, ihrem Kind Kraft zu geben, damit es alleine mit bestimmten Situationen fertig wird”, erläutert der Familienberater.

Dabei könne man ganz pragmatisch und in kleinen Schritten vorgehen. Wenn der Jugendliche zum Beispiel abends in die Diskothek wolle, dann dürfe er vielleicht zuerst bis 22 Uhr ausbleiben. Falls etwas Unvorhergesehenes passiere oder er sich verspäte, sollte er sich per Handy melden.

„Dadurch baut sich allmählich auf beiden Seiten Vertrauen auf”, sagt Rogge. Die Eltern lernten, dass sie sich auf ihr Kind verlassen können. Der Jugendliche erlebe, dass er weggehen dürfe und bekomme Selbstvertrauen. Nach und nach könne man dem Nachwuchs dann immer größere Freiräume gewähren.
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