Trier - Psychologin: Mobbing in der Schule nimmt zu

Psychologin: Mobbing in der Schule nimmt zu

Von: Birgit Reichert, dpa
Letzte Aktualisierung:
Gewalt an Schulen/ Prügelei/ Mobbing
An weiterführenden Schulen ist fast jeder dritte Schüler (31,2 Prozent) schon einmal von Klassenkameraden schikaniert worden. Foto: dpa

Trier. Die Angst bei Schülern vor Mobbing im Klassenzimmer hat nach Erkenntnis der Trierer Schulpsychologin Anette Müller- Bungert in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. „Immer mehr Kinder haben Angst davor, mit ihren Klassenkameraden nicht klarzukommen und ausgegrenzt zu werden”, sagte die Mitarbeiterin des Schulpsychologischen Beratungszentrums Trier.

Früher seien Sticheleien „auf einen kleinen, engen Raum der realen sozialen Kontakte begrenzt gewesen”. „Heute aber geht es ins Netz (Internet) und wird nicht mehr beschränkt.”

Nicht nur Filme, sondern auch bösartige Gästebuch-Eintragungen online gehörten zur Mobbing-Palette. „Mobbingopfer kann jedes Kind werden. Es können Gute, Schlechte, Dicke und Dünne sein”, sagte die Expertin. Auch keine Schulform bleibe verschont.

Für Eltern sei nicht immer klar, was sich zwischen den Kindern abspiele. Sie sollten daher „genau hinschauen”, wenn sich das Verhalten des Kindes im neuen Schuljahr deutlich verändere.

Viele Kinder starten nach Ansicht von Müller-Bungert mit Angst ins neue Schuljahr. Nicht jede Aufregung und Anspannung sei aber schlecht. Ein „gewisses Ausmaß” sei bei neuen Situationen wie Schul- oder Lehrerwechsel normal - und müsse von den Kindern auch bewältigt werden. Es gebe aber Schüler, die „ungesunde Angst” hätten, auch weil sie im vergangenen Schuljahr unter starkem Leistungsdruck gestanden und Stress erlebt hätten. „Der Erwartungsdruck, einen hohen Schulabschluss zu machen, ist größer geworden”, sagte die Expertin.

Daher sei es wichtig, zu schauen, ob es Warnsignale gebe, die auf Überforderung schließen ließen. Dazu zählten aggressives Verhalten, Konzentrationsprobleme und Schlafstörungen. Nicht nur Über-, sondern auch Unterforderung könne Ursache sein, sagte Müller-Bungert.

Eltern sollten den Kindern zwar deutlich machen, dass Schule wichtig sei. Aber auch, dass Schule nur „ein Teil des Lebens ist, der nicht alle Fähigkeiten abbildet”. Ziel müsse sein, dass Kind „lebensfähig” zu machen. Und dazu gehöre nicht nur ein guter Schul- Abschluss, sondern auch eine gute Persönlichkeit, sagte die Fachfrau.
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