Privatheit des Jugendzimmers respektieren

Von: ddp
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Berlin. „Eltern raus!” - Mit solchen oder ähnlich charmanten Hinweisen verteidigt so mancher Teenager sein eigenes Reich. Wenn Kinder in die Pubertät kommen, wird ihr Zimmer meist zur Sperrzone für den Rest der Familie.

„Jugendliche wollen selbstständig werden. Dafür brauchen sie ihre Privatsphäre”, sagt Matthias Müller-Guth vom SOS-Familienzentrum Berlin-Hellersdorf. In dieser Situation gelte es, annehmbare Kompromisse für alle Beteiligten zu finden.

Viele Eltern hätten beispielsweise ein Problem damit, wenn ihr Kind sich in seinem Zimmer einschließe. „Wenn man dem Teenager zeigt, dass man seine Grenzen respektiert, muss er sich gar nicht so verbarrikadieren”, sagt der Erziehungsberater.

Bevor man das Zimmer des Heranwachsenden betrete, sollte man also beispielsweise auf jeden Fall anklopfen. Klar sollte außerdem sein, dass Eltern nicht in den Schubladen des Jugendlichen wühlen oder seine Briefe und Tagebücher lesen dürfen.

„Bei der Zimmergestaltung sollte man dem Pubertierenden freie Hand lassen”, empfiehlt Müller-Guth. Allerdings gebe es trotzdem noch Grenzen, die die Eltern als Hausherren setzen dürften - beispielsweise, wenn der Teenager die Wände in der Mietwohnung mit schwer übermalbarer Spühfarbe verschönern möchte.

Auch ein gewisses Recht auf Chaos solle man einem Pubertierenden in seinem eigenen Zimmer durchaus zugestehen. „Aber auch hier hat die Freiheit ein Ende, wenn sich beispielsweise verdorbene Essensreste und schmutzige Wäsche im Zimmer des Teenagers stapeln”, betont der Diplom-Psychologe.

Jüngere Geschwister reagieren oft irritiert, wenn sich Bruder oder Schwester plötzlich in seiner eigenen Jugendwelt verschanzt. „Eltern sollten hier die Vermittlerrolle übernehmen”, sagt Müller-Guth. Dem jüngeren Kind gelte es zu erklären, dass dem Jugendlichen seine Privatsphäre jetzt eben wichtiger sei als früher. Ebenso sollte aber auch der Pubertierende verstehen, dass seine Geschwister sich wünschen, ihn auch noch manchmal zu Gesicht zu bekommen.
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