„Poop Alarm” und mehr: Neuheiten auf der Kölner Messe Kind + Jugend

Von: Markus Peters, ddp
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Messe Kind & Jugend
Die kleine Merle fährt auf einem multifunktionalen Kinderwagen. Foto: dpa

Köln. Ein Gerät, das feststellt, wann das Wechseln der Babywindeln fällig wird, ist eine der Neuheiten der Messe Kind + Jugend, die vom 17. bis 20. September in Köln stattfindet. Eine LED-Leuchte und eine sanfte Melodie signalisieren den Eltern, wann Handlungsbedarf besteht.

Dafür wird ein Messgerät von außen an der Windel befestigt. Das sei viel zuverlässiger als das konventionelle „Schnuppern” oder der „Windeltausch auf Verdacht”, schwärmt der koreanische Hersteller, der sich für sein innovatives Produkt den Namen „Poop Alarm” ausgedacht hat.

Die nach Angaben der Koelnmesse weltgrößte Messe für Kinderausstattung wächst weiter. In diesem Jahr stellen auf der Kind + Jugend 776 Unternehmen aus 40 Ländern ihre Neuheiten vor. Dafür wurde die Ausstellungsfläche um 20.000 Quadratmeter auf 100.000 Quadratmeter erhöht. Platz genug für Innovationen wie einen neuen Kinderwagen, der mit zwei extra mitgelieferten Wechselrädern je nach Bedarf auf geländegängig oder stadttauglich umgerüstet werden kann.

Ein spezieller Gürtel soll werdenden Müttern die Wehen erträglicher machen, später erinnert eine neuartige Uhr daran, wann Stillzeit ist. Wenn der Nachwuchs etwas größer ist, hilft ein neues Baby-Besteck aus dänischem Design beim ersten Umgang mit Messer und Gabel. Später kann dann Bo, der Hund der US-Präsidentenfamilie Obama, als Plüschversion zum Spielen ins Kinderzimmer geholt werden.

Die Branche geht optimistisch in die Messe. Nach Angaben des Bundesverbandes des Spielwaren-Einzelhandels investieren die Deutschen bei Spielzeug zunehmend in Qualität, Marke und Sicherheit. Allein im ersten Lebensjahr eines Kindes wird im Schnitt Spielzeug im Wert von 143 Euro angeschafft. Im Jahr 2008 wurden in Deutschland Spielwaren für die ersten drei Lebensjahre eines Kindes im Gesamtvolumen von 291 Millionen Euro umgesetzt. Für dieses Jahr rechnet der Verband mit einem Plus von drei Prozent und einen Umsatz von rund 300 Millionen Euro.

Dabei sollen die Preise für Kindermode und Spielzeug im beginnenden Weihnachtsgeschäft stabil bleiben. „Angesichts der Wirtschaftskrise ist nicht die Zeit für Preiserhöhungen”, sagte Steffen Kahnt vom Bundesverband des Spielwaren-Einzelhandels am Mittwoch in Köln. Die Preise für sogenannte Hartware wie Kinderwagen seien sogar zurückgegangen.

Doch obwohl die Branche derzeit von der allgemeinen Wirtschaftskrise kaum betroffen ist, ist die Stimmung nicht ganz ungetrübt. Konsterniert reagierten Verbandsvertreter auf einen gerade veröffentlichten Bericht der Stiftung Warentest über eine hohe Belastung mehrerer Kinderwagen mit Schadstoffen, die als krebserregend gelten und Neurodermitis verursachen können.

Jürgen Horst Dörfler vom Fachbeirat der Messe ist verärgert: „Vor einigen Jahren hat ein Test bei Kinder-Buggys ähnliche Resultate gebracht. Es ist unverständlich, dass die Hersteller nicht reagiert haben und nur noch unbedenkliche Stoffe einsetzen.” Kinderwagen, in denen das wichtigste Gut einer Gesellschaft transportiert wird, müssten zumindest einfachen Anforderungen der Humanökologie genügen: „Deshalb müssen die inzwischen für Spielzeug geltenden Umwelt- und Schadstoffvorschriften auch für Kinderwagen gelten.”
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